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Power Rangers - Battle For The Grid: Review

  Nintendo Switch 

Die Spandex-Superhelden sind wieder da! Na gut, tatsächlich waren die Power Rangers nie wirklich weg. Seit über einem Vierteljahrhundert (!) erfreuen sich Kids auf der ganzen Welt an den generischen Abenteuern der Superhelden-Truppe, die mittlerweile beinahe als Anthologie-Serie zu verstehen sind. Immerhin erfindet sich das Franchise alle zwei Jahre mit frischen Darstellern samt Hintergrundgeschichte komplett neu. Grund genug, mal wieder ein Videospiel auf die Menschheit loszulassen. Wir haben uns auf der Switch um das "Grid gebattlet"!

It's morphin' time!

Entwickler nWay, eigentlich bislang eher im Mobile-Segment zu Hause, geht nicht gänzlich unvorbelastet an die Thematik heran. Immerhin brachten die Kalifornier vor zwei Jahren zum Kino-Reboot der Rangers ein bis heute sehr erfolgreiches Mobile-Spiel auf den Markt, das durchaus gewisse Ähnlichkeiten zum jetzigen Konsolentitel aufweist.

Power Rangers - Battle For The Grid Screenshot

Bei Battle for the Grid handelt es sich um einen klassischen Drei-gegen-drei-Prügler. Ähnlich wie in anderen Vertretern dieser Sparte könnt ihr auf Knopfdruck zwischen den drei Kämpfern eures Teams umschalten oder die zwei abwesenden Teammitglieder für kurze Aktionen zur Unterstützung rufen. Das Core-Gameplay des Konsolendebüts von nWay ist dabei für ein 20 Euro teures Lizenzspiel erstaunlich clever und gut. Die Steuerung ist simpel gehalten. Es gibt drei verschiedene Attacken, die mit Richtungstasten oder anderen Aktionstasten kombiniert zu furiosen Kombos aneinandergereiht werden können. Geblockt wird, indem ihr rückwärts lauft.

Hinzu gesellen sich individuelle Super-Angriffe der einzelnen Kämpfer, die sich spürbar unterschiedlich spielen, und sogenannte "Ultras", verheerende Angriffe eures gigantischen Megazords. Dabei gelingt nWay der bemerkenswerte Spagat zwischen Casual und Hardcore. Erstere Klientel kann durch Buttonmashing durchaus Erfolge verbuchen, während Profis durch die clevere Aneinanderreihung von Kombos und Spezialattacken und schnelle Wechsel zwischen den Kämpfern die bis zu fünfminütigen Fights perfektionieren können.

Ai-yay-yay!

Klingt gut? Ja, fühlt sich auch so an und macht für ein schnelles Spiel zwischendurch richtig Laune. Und doch verbaut sich der Titel eine höhere Wertung selbst. Denn in der Standard-Edition fühlt sich Battle for the Grid wie eine unfertige Demoversion an. Für 20 Euro gibt's neun Kämpfer und fünf Arenen, von denen mindestens eine ein schlechter Scherz ist. Das war's. Gemessen daran, dass es in der 25-jährigen Historie der Power Rangers allein über 200 Ranger und mindestens ebenso viele Bösewichte gab, ist diese Ausbeute ein Armutszeugnis. Schlimmer noch: Drei der neun Charaktere kennt man nur aus der 2017 in den USA gestarteten, von Kritikern gefeierten Comicbuch-Reihe. Bösewicht Lord Drakkon oder ein mit Maschinengewehr und Funkgerät ausgestatteter schwarzer Ranger dürfte die hiesigen Spieler irritieren, denn Shattered Grid hat hierzulande wohl kaum jemand gelesen und in der Serie kamen diese Figuren nie vor. Käufer der doppelt so teuren Deluxe-Edition erwerben den Season-1-Pass gleich mit. Der wird mindestens drei neue Kämpfer enthalten. Termin unbekannt.

Power Rangers - Battle For The Grid Screenshot

An Spielmodi erwartet euch ein Training, ein Versus-Modus für Couch-Koop oder Kämpfe gegen die KI sowie Online-Matches, aufgeteilt in Ranglisten- und normale Kämpfe. Der Arcade-Modus ist eine plumpe Aneinanderreihung von acht Gefechten ohne echte Geschichte. Der groß angekündigte Story-Modus, für den sich die Autoren der eben erwähnten Comic-Reihe verpflichten ließen, wird nachgereicht. Ebenso wie weitere Kämpfer, die ursprünglich für den Release angekündigt waren. Effektiv habt ihr nach 20 Minuten und fünf Kämpfen alles gesehen, was euch das Spiel aktuell zu bieten hat. Immerhin: Auf der Switch sieht der Titel kaum schlechter aus als auf PlayStation 4 oder Xbox One und liefert dabei stabile 60 Bilder pro Sekunde, selbst wenn auf dem Bildschirm richtig Action ist. Die Hintergründe der Arenen sind zweckmäßig, Ranger und Bösewichte sind aber sehr gut modelliert und schön animiert. Gerade bei den Ultras hatten wir aber das Gefühl, dass hier noch Sprach-Samples hätten eingebaut werden sollen.

Power Rangers - Battle For The Grid
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Tobias Kuehnlein


Tobias Kuehnlein am 03 Apr 2019 @ 12:23
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