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Life is Strange 2: Special

  Playstation 4 

Episode 3: Wastelands

Das intensive Finale der zweiten Episode ist noch immer in bester Erinnerung. Die beiden Brüder sind nun, nachdem sie das Haus ihrer Großeltern verlassen mussten, wieder allein unterwegs in Richtung Mexiko, der Heimat ihres toten Vaters. Bevor es losgeht, fasst das Spiel die bisherigen Ereignisse im Rahmen einer liebevollen Erzählung des großen Bruders Sean noch einmal zusammen und setzt dabei auf stimmungsvoll inszenierte Zeichnungen, die die Emotionen neu aufleben lassen.

Wir steigen mit einem kurzen Flashback in die dritte Episode ein, der drei Monate vor dem schicksalshaften Tag spielt, der das Leben der Brüder für immer veränderte. Da wir als Spieler aber sehr wohl wissen, was die beiden in naher Zukunft erwartet, sorgen die kindischen Streitereien der beiden an dieser Stelle für eine sehr lockere und angenehme Atmosphäre, die uns die traurige Grundstimmung der bisherigen Episoden für kurze Zeit vergessen lässt. Die Rückblende erlaubt es uns außerdem, den Vater der beiden noch mal lebend zu sehen und einen kurzen Blick auf den Alltag der Diaz-Familie zu werfen. Durch die typischen Neckereien der beiden Brüder in ihrer heilen Welt wirkt ihre Beziehung nach dem Schicksalsschlag noch enger. Als es darauf ankommt, ist Sean für seinen jüngeren Bruder da und übernimmt Verantwortung.

Zurück in der Wirklichkeit, treffen wir Sean und Daniel auf einem kleinen Zeltplatz wieder, den sie sich mit mehreren anderen jungen Leuten, die sie unterwegs getroffen haben, teilen. Seit dem Vorfall bei ihren Großeltern sind zwei Monate vergangen. Zwei Mitglieder der Clique, nämlich Finn und Cassidy, sollten uns bekannt vorkommen, da sie uns auf dem Weihnachtsmarkt in der vergangenen Episode schon mal begegnet sind. Auch wenn der Zeltplatz insgesamt recht gemütlich wirkt, ist er letztlich nichts anderes als ein Obdachlosencamp, wo definitiv keine luxuriösen Verhältnisse vorherrschen. Im Laufe der dritten Episode wird deutlich, dass das Leben auf der Straße langsam seine Spuren hinterlässt. Das Verhältnis der beiden Brüder wirkt recht angespannt und weit weniger harmonisch als in den vergangenen Episoden.

Sean nutzt die Gelegenheit, um im Camp viel Zeit mit den anderen Gleichaltrigen zu verbringen, wodurch sich Daniel vernachlässigt fühlt. Der jüngere Diaz hat außerdem nach wie vor Schwierigkeiten damit, seine Kraft zu kontrollieren, und ist bei Weitem nicht so vorsichtig damit, wie es Sean ihm immer wieder rät. Die ständige Angst, dass Daniels Superkraft auffliegt, sowie die Tatsache, dass sich beide aktuell spürbar voneinander entfernen, sorgt für neue Spannungen. Hinzu kommt die Gewissheit, dass das Geld der Brüder noch nicht ausreicht, um nach Mexiko zu gelangen, wodurch die aktuelle Situation erst mal ausweglos erscheint. Diese beinhaltet übrigens auch die offensichtlich illegale Arbeit auf der Hanfplantage eines zwielichtigen Typen namens Merrill.

Fazit von Daniel Walter (PlayStation 4)
Auch Episode 3 schafft es wieder, auf gewohnte Life-is-Strange-Art zu bewegen. Zum Beispiel dann, wenn Daniel am Lagerfeuer von seinen traurigen Erinnerungen erzählt oder Sean seinem Bruder im Zelt mit einer Gute-Nacht-Geschichte beim Einschlafen hilft. Zum ersten Mal in Life is Strange 2 erwarten euch aber auch diverse Längen, die die Episode zur bisher schwächsten machen. Besonders negativ sind mir hier die eintönige und viel zu lange Arbeit auf der Plantage oder auch die sehr ausgedehnten und inhaltlich wenig überzeugenden Gespräche der Gruppe am Lagerfeuer aufgefallen. Klar, hier soll das triste und eingeschränkte Leben der beiden Protagonisten unterstrichen werden. Ähnliche Aspekte wurden in der Vergangenheit aber einfach schon besser und interessanter vermittelt. Bleibt zu hoffen, dass Episode 4 wieder an alte Stärken anknüpfen können wird.

GBase-Episodenwertung: 8.0

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Daniel Walter am 10 Jun 2019 @ 17:16
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