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Sniper Elite 4: Review

  Playstation 4 

Es ist schon eine Weile her, dass Spieler auf Seiten der Alliierten gegen Nazi-Deutschland zu Felde zogen. Vor etwas mehr als zehn Jahren war nahezu jeder Shooter im Zweiten Weltkrieg angesiedelt. Egal, ob diese Call of Duty oder Medal of Honor hießen – der Zweite Weltkrieg war das bevorzugte Schlachtfeld. Der Spiele-Overkill zog eine gewisse WW-II-Kriegsmüdigkeit nach sich, abgesehen von sporadischen Ausflügen der Marke Enemy Front, die nicht überzeugten. Allein Sniper Elite hält die Flagge der WW-II-Shooter hoch und beweist seit drei Serienteilen, dass ein scheinbar komplett ausgenudeltes Szenario noch unterhalten kann. Teil 4, vor wenigen Wochen erschienen, soll an den erfolgreichen Vorgänger anknüpfen. Ob es gelingt?

Klick. Klack. Boom!

Karl Fairburne hat in seiner langen Karriere als Scharfschütze schon vieles gesehen. Das zerstörte Berlin, streng geheime Forschungseinrichtungen, und zuletzt hat er den (vermeintlichen) Adolf Hitler im afrikanischen Tobruk zur Strecke gebracht – natürlich nur in einer alternativen Version der Geschichte. In Sniper Elite verschlägt es Fairburne ins sonnige Italien, um dort für die Alliierten Gerüchten einer streng geheimen Wunderwaffe der Achsenmächte nachzugehen. Die Missionen der bis zu 14 Stunden langen Kampagne sind nach Schema F gestrickt. Meist müsst ihr von A nach B rennen, um dann dort einen Gegenstand C zu sichern oder Person D zu töten. Dass Sniper Elite 4 nicht ins Beliebige kippt, verdankt es den Sekundärzielen. Waffenlager hochjagen, Zeugs sammeln und Nazi-Einrichtungen sabotieren gehören zu den oftmals spannenderen Herausforderungen.
Fairburne ist trotz seiner unbestrittenen Fähigkeiten im Umgang mit Schießeisen keine wandelnde Ein-Mann-Armee. Versucht ihr, Gegner in der direkten Auseinandersetzung auszuschalten, ist Fairburne schnell (und immer wieder) Geschichte. Sniper Elite 4 belohnt taktisches und bedachtes Vorgehen. Mit dem Feldstecher werden potenzielle Ziele markiert und ein Überblick verschafft, sodann das Scharfschützengewehr angelegt, tief durchgeatmet und abgedrückt. Idealerweise durchbohrt eure abgefeuerte Kugel das Ziel und tötet es sofort, was oftmals mit der bekannten Röntgenblick-Wiederholungsfunktion "belohnt" wird. Entwickler Rebellion zelebriert auch im vierten Serienteil das Zerbersten menschlicher Körper in einer Art und Weise, dass es ein Wunder ist, dass Sniper Elite 4 die USK mit einem Ab-18-Siegel durchlaufen konnte. Schließlich splittern Knochen, explodieren Organe.

Bewährte Qualitäten, leicht verbessert

Sniper Elite 4 kann jedoch mehr als Gewaltporno. Vielfach ist es nicht notwendig, das Schießeisen überhaupt auszupacken. Markierte Ziele werden auch durch Wände als Silhouetten angezeigt, weshalb ihr eure Wege durch die oft sehr weitläufigen Levels, teils aber auch verschlungenen, engen Korridore so planen könnt, dass ihr Feinden überhaupt nicht begegnet. Die KI hat im direkten Vergleich mit dem Vorgänger an Qualität gewonnen. Sie agieren nicht mehr nach Schema F, wenn sie euch irgendwo vermuten. Statt also nur einen kurzen Ausflug in Richtung eurer Position zu unternehmen, kundschaften sie die Areale und potenzielle Verstecke aus, weisen ihre Kameraden an, ebenfalls nach euch zu suchen, und beenden diese Aktionen erst wesentlich später als noch im Afrikafeldzug vor ein paar Jahren.

Außerdem hat jeder Gegner eine ihm fest zugedachte Funktion im militärischen Gefüge. Funker beispielsweise sind im Kampf schwächlich, können dafür flugs Verstärkung herbeirufen. Offiziere andererseits sind kampferprobt, überlassen die offene Auseinandersetzung aber – der Arroganz geschuldet? – nur ungern den ihnen Untergebenen, welche als gemeines Fußvolk der Wehrmacht nur mit viel Glück Treffer erfolgreich platzieren. Panzer und Spähwagen ergänzen die Riege potenzieller Gefahren. Die KI ist zwar von Höhenflügen à la FEAR weit entfernt, aber gut genug, euch einiges Kopfzerbrechen zu bescheren.

Sniper Elite 4
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 27 Mrz 2017 @ 06:30
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