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Hellblade: Review

  Playstation 4 

Vor Kurzem ist mit Hellblade: Senua's Sacrifice ein Spiel erschienen, welches die Bezeichnung "Ausnahmetitel" wohl redlich verdient hat. Denn Entwickler Ninja Theory hat nicht nur eine Top-Produktion ohne mögliche Publisher-Restriktionen in kompletter Eigenregie – und somit mit vollem Risiko, aber auch mit der vollen künstlerischen Freiheit – gestemmt, sondern zudem auch eine wichtige Problematik in den Mittelpunkt seines Werkes gestellt, die trotz ihrer Relevanz in der Videospielindustrie bisher sehr stiefmütterlich behandelt wird: die psychische Krankheit. Wir haben uns den Triple-A-Indie-Titel, wie er von den Entwicklern selbst bezeichnet wird, angesehen und berichten, wie er uns gefallen hat!

Weg nach Helheim

In Hellblade: Senua's Sacrifice schlüpfen wir in die Rolle der titelgebenden keltischen Kriegerin Senua. Im Stile einer erst einmal ganz klassisch anmutenden Heldenreise machen wir uns auf den Weg nach Helheim, dem Reich der Totengöttin Hela, mit dem Ziel, die Seele unseres verstorbenen Liebsten Dillion zu befreien. Doch bereits in der Einführung lässt sich erahnen, dass sich hinter der Geschichte und dem Spielkonzept von Hellblade sehr viel mehr verbirgt. Der Titel lebt zudem sehr von der Verknüpfung dieser beiden Ebenen, sodass wir im Folgenden versuchen werden, nicht mehr als nötig anzusprechen, um zu beschreiben, was Hellblade so besonders macht.

So starten wir auf einem nebelverhangenen Fluss und beobachten, wie Senua – mit dem abgetrennten Kopf ihres Liebsten am Gürtel – langsam und wortlos durch das Gewässer eines trostlosen Archipels gen Festland gleitet. Doch obwohl Senua zu dem Zeitpunkt kein Wort spricht, ist es nicht still. Tatsächlich hören wir, ebenso wie sie, viele Stimmen; eine Stimme, die zu erzählen scheint, weitere, die scheinbar wild und unzusammenhängend durcheinanderbrabbeln. Wir betreten das Ufer und müssen uns kurz orientieren. Was müssen wir tun, wo sollen wir nun hin? Der Hinweis kommt unerwartet: Eine der vermeintlich sinnlos brabbelnden Stimmen flüstert uns zu, was wir machen sollen.

https://www.youtube.com/watch?v=ODg8_OBQhYE

Hier zeigt sich uns bereits eine erste konzeptionelle Besonderheit des Titels, denn Hellblade besitzt kein Tutorial, keine Bildschirmanzeigen und auch keine Kapitelwahl. Aufgrund des stark narrativen Charakters des Titels wurde auf all dies verzichtet, um der Immersion möglichst Raum zur Entfaltung zu geben, was in unseren Augen auch eine sehr gute Entscheidung war. Denn solange wir die Ohren spitzten und mit offenen Augen durch die Spielwelt gingen, stand dem Fortschritt unserer Heldenreise – oder sollten wir an dieser Stelle vielleicht schon Leidensweg sagen? – nichts im Wege.

Während wir uns unseren Weg über die Insel bahnten, wurde langsam, aber sicher immer klarer, dass Senua eigentlich ganz andere Päckchen zu tragen hat und sie sich auf dem Weg zu dem, was vor ihr liegt, sehr intensiv mit dem, was schon längst hinter ihr liegen sollte, auseinanderzusetzen hat. Denn Senua leidet, ebenso wie ihre Mutter, seit ihrer Kindheit unter einer psychischen Krankheit, wodurch sie ihr Leben lang von ihrem sozialen Umfeld – bedenkt, die Geschichte dürfte etwa im 7. Jahrhundert angesiedelt sein – als "verflucht" stigmatisiert und nicht nur von ihrer Dorfgemeinschaft, sondern auch von ihrem eigenen Vater, einem Druiden, ausgegrenzt und entsprechend behandelt wurde.

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Jessica Rehse


Jessica Rehse am 31 Aug 2017 @ 13:55
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