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Hector - Badge of Carnage: Kurztest Special

  Personal Computer 

Episode 2: Senseless Acts of Justice

Ja, wir haben uns mit dem Testen der zweiten Episode Zeit gelassen - viel Zeit. Okay, eigentlich nicht, denn um ehrlich zu sein hatten andere Testberichte und Arbeitsbereiche Vorrang. Kein Grund jedoch, um den Kurztest von Senseless Acts of Justice nicht mit dieser deutlichen Verspätung nachzureichen.

Die zweite Episode setzt direkt am Ende des Vorläufers an. Hector befindet sich am Tatort der Geiselnahme und findet heraus, dass der Bösewicht die ganze Zeit aus der Ferne agiert hat - Internetverbindung, Laptop und ferngesteuertes Scharfschützengewehr machen es möglich. Kurze Zeit nach dieser überraschenden Feststellung reisst eine Explosion das halbe Gebäude weg - Hector ist in der brüchigen Ruine eingesperrt. Und seine Kollegen machen sich fast ausnahmslos aus dem Staub, da sie glauben, dass weder der Terrorist noch der fette Anarcho-Ermittler die Katastrophe überlebt haben können.

Fast ausnahmslos? Richtig, denn Lambert - der unsichere und zuweilen naive Assistent von Hector - befindet sich noch vor Ort und kann zeitweise von uns gesteuert werden, um seinen Vorgesetzten aus der Misere zu befreien. Hierzu erkunden wir die unmittelbare Umgebung der Ruine, sammeln Gegenstände ein und sprechen mit dort befindlichen Personen. Objekte tauschen wir über ein Rohrsystem zwischen beiden Charakteren aus. Sehr umständlich, müssen wir doch jeweils zu den dafür vorgesehenen Stellen gehen, anstatt den Wunschgegenstand einfach auf das Charakterwechsel-Symbol anzuwenden, um den Austausch so zu beschleunigen.

Überhaupt hat die neue Episode nicht den erhofften grossen technischen Sprung nach vorne gemacht, um im Bereich Bedienkomfort und Grafik halbwegs mit anderen Adventures mithalten zu können. Noch immer verfügen die Charaktere nur über rudimentäre Lippenbewegungen beim Sprechen - ausser in den zeichentrickartigen Zwischensequenzen, die lippensynchrone Sprachausgabe bieten und diesmal untertitelt sind. Einmal befohlene Aktionen sind jetzt abbrechbar, doch braucht es weiterhin mindestens zwei Klicks, um Inventarobjekte genauer zu untersuchen. Beim Betreten von anderen Ortschaften wird jetzt stets eine Game-saved-Meldung eingeblendet. Leider erschlägt uns bei Dialogen immer noch ein bildschirmfüllendes Auswahlmenü, das auf einem iOS-Gerät Sinn macht, aber auf dem PC nur für ungläubiges Kopfschütteln sorgt. Ihr seht schon: Technische Verbesserungen und Altlasten halten sich die Waage.

Dafür überzeugt Episode 2 auf der spielerischen Seite wieder umso mehr. Das diesmal rund vierstündige Abenteuer strotzt nur so vor Fäkalsprache und schmutzigen Gags. Ob entstellter, obdachloser Waisenjunge, dicke Nutte mit Schwabbelhängetitten, ein mit Scheisse eingesauter Lambert, ein bluttriefender Metzgerladen mit BSE-Garantie, oder kotzende Partymädels - das Spiel macht vor keinen Klischees und Grenzen politischer Korrektheit Halt. Das spiegelt sich natürlich in den Rätseln wider, die meist eher einfach gestrickt sind, aber dennoch unterhalten. So bauen wir aus einer verstopften Toilette eine Bombe, versuchen uns über ein Dialog-Puzzle in einen geheimen Puff einzuschleusen, vergiften das Essen eines Ekelrestaurants, und stürzen jede Menge skurrile Gestalten ins Verderben - natürlich alles zum Wohle der Sicherheit von Clappers Wreake.

Hector - Badge of Carnage Bild
Fazit von Daniel Boll
Entwickler Straandlooper liefert zusammen mit Telltale Games eine technisch leicht verbesserte zweite Episode ab, die inhaltlich ihren Vorgänger an Qualität und Umfang deutlich überflügelt. Jede Menge Schauplätze laden zum Erkunden ein - und die Musikuntermalung hat gefühlt für fast jede Örtlichkeit eine eigene Melodie zu bieten. Ich für meinen Teil war gerne wieder in Clappers Wreake unterwegs und werde mich nach diesem Kurztest direkt in die seit Ende September erhältliche finale Episode stürzen, um dieses Special womöglich noch in diesem Jahr abzuschliessen.

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Daniel Boll am 21 Feb 2012 @ 00:43
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