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Battlefield 3: Premium Special

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End Game

Der Name des neuesten und zugleich letzten Zusatzpaketes für Battlefield 3 weist unmissverständlich darauf hin, dass sich der Lebenszyklus des Spiels dem Ende entgegenneigt. Während mehr als einem Jahr seit der Veröffentlichung des Grundspiels im Oktober 2011 hat DICE die treue Fangemeinde mit neuen Inhalten gefüttert, sauber zu fünf herunterladbaren Bündeln geschnürt. End Game kommt mit einem abwechslungsreichen Setting daher, aber kann es auch spielerisch überzeugen?

Einmal mehr gilt die Devise, dass man sich nicht einfach spontan auf die neuen Karten und Fahrzeuge stürzen kann. Zuerst muss nämlich die eigene Internetleitung zeigen, wozu sie fähig ist. Satte 6 GB ist der aktuelle Patch gross, der von Origin automatisch installiert wird. Doch damit nicht genug: Gleich danach müssen weitere 4 GB Daten aus dem weltweiten Datennetz gezogen werden, bevor End Game startbereit ist. 10 GB sind weit mehr, als viele Spiele gesamthaft an Festplattenplatz benötigen. Ist man endlich im Menü angelangt, kann man aus vier neuen Karten wählen, die wie üblich einem Thema untergeordnet sind. Diesmal geht es augenscheinlich um die vier Jahreszeiten, was an der unterschiedlichen Vegetation in den einzelnen Szenarien und dem Schnee in einer der Karten sichtbar ist.

In diesem Bereich hat DICE gewohnt solide Arbeit abgeliefert. Die Landschaften sind atemberaubend schön, bis in alle Winkel durchdacht und ermöglichen es jeder Klasse, sich zu entfalten. Neben weiten Flächen gibt es unzählige Strukturen, hinter denen man Deckung finden kann, um ungesehen vorzurücken. Strategisch angelegte Erhebungen kanalisieren den Spielfluss und lenken ihn auf die einnehmbaren Flaggenpunkte. Doch obwohl die Topografie der Karten neu ist, sind es die meisten Objekte, die von den Designern darauf platziert wurden, nicht. Die immer gleichen Wellblechschuppen, Häuser und Fabrikkomplexe, die teils noch aus Battlefield: Bad Company stammen, lassen das Spiel älter erscheinen, als es eigentlich ist.

Alle vier Karten sind trotz ihrer nicht unerheblichen Grösse auf schnelles Gameplay ausgelegt. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn schliesslich feiert ein altbekannter Spielmodus sein grosses Comeback. In Capture the Flag (CTF) ist die richtige Mischung aus Angriff und Verteidigung der Schlüssel zum Erfolg. Sobald ein Mannschaftskamerad die gegnerische Flagge entwendet hat, gilt es, diesen bis zum Eintreffen im eigenen Hauptquartier zu beschützen. Um die weiten Strecken möglichst schnell zurückzulegen, stehen an vielen Orten Motorräder bereit, mit denen sich auch grössere Hindernisse im Nu überwinden lassen. Diese agilen Fortbewegungsmittel sind das eigentliche Highlight von End Game, verleihen sie den hektischen Partien doch eine gewisse Würze.



Im Gegensatz dazu wissen die restlichen Neuzugänge nicht wirklich zu überzeugen. Die beiden leichten Luftabwehrpanzer können ganze Salven hitzesuchender Raketen gegen Luftfahrzeuge einsetzen, halten aber direktem Beschuss nur kurz stand. Sie sind somit nur begrenzt einsetzbar und ein primäres Ziel von Luft- und Bodentruppen, weil sie die einzig wahre Bedrohung für die Lufthoheit darstellen. Des Weiteren gibt es neuerdings auch ein Dropship, also ein Flugzeug, das Bodentruppen und gepanzerte Fahrzeuge transportiert und diese mit Fallschirmen über dem Einsatzgebiet absetzen kann. Die Mannschaft, die im Besitz einer bestimmten Flagge ist, erhält Unterstützung in Form dieser grossen Maschine. Doch auch wenn die Effekte und Animationen beim Abwurf sehr gut gelungen sind, der Transporter hat kaum taktische Bedeutung, zumal er nicht aktiv gesteuert werden kann, sondern auf Autopilot in einer geraden Linie über das Schlachtfeld fliegt.

So gesehen halten sich die Neuerungen in diesem letzten Zusatzpaket in Grenzen. Einzig der zweite neue Spielmodus namens Air Superiority kann sich von der Masse abheben. Bekannt aus der Karte "No Fly Zone" in Desert Combat, der bahnbrechenden Modifikation für Battlefield 1942, ist dies eine Spielart, in der nur Flugzeuge zum Einsatz kommen, die um mehrere fliegende Kontrollpunkte kämpfen. Diese Luftschlachten sind besonders hektisch und optisch äusserst beeindruckend. Spielerisch dürften sie jedoch nicht jedermanns Sache sein, weil man lediglich auf den Luftkampf von Pilot zu Pilot beschränkt ist. Zumindest kann man diesen Modus aber als willkommene Abwechslung für zwischendurch empfehlen.

Fazit von Luca Cannellotto

End Game gehört mit Back to Karkand und Armored Kill zu den Must-have-Erweiterungen. Dies hauptsächlich deshalb, weil hier viel Abwechslung geboten wird. Die Motorräder eröffnen frische taktische Optionen und lassen sich darüber hinaus sehr einfach steuern, weshalb sie eine Menge Spass bereiten. Die Designer bei DICE haben in allen Karten an strategisch wichtigen Punkten Sprünge und Rampen eingebaut, die man nutzen kann, um waghalsige Stunts zu vollführen. Überhaupt wirkt diese Erweiterung wie eine Hommage an die älteren Titel der Reihe, wobei die Spielfreude klar im Vordergrund steht.

Es stellt sich also die abschliessende Frage, ob sich der Kauf des Premiumpaketes lohnt. Ich werde sie hier mit Ja beantworten. Zwar entsprechen die Kosten dafür ziemlich genau denen des Grundspiels, doch dafür erhält man auch viel qualitativ gutes Material. Ob es dieses wirklich braucht, muss jeder für sich entscheiden. Ich bin persönlich kein Befürworter herunterladbarer Inhalte, weil sie die Gemeinschaft der Spieler fragmentieren. Doch im Falle von Battlefield 3 ist es so, dass selbst nach über einem Jahr die Server gut gefüllt sind und noch immer praktisch alle Karten gespielt werden.

Es gilt schliesslich, die Bedeutung dieser Zusatzpakete ins rechte Licht zu rücken: Sie sind im Grunde genommen die lebenserhaltenden Massnahmen, die dazu dienen, das Interesse der Spieler bis zum Erscheinen des nächsten Ablegers der Serie aufrechtzuerhalten. Es dürfte also kaum ein Zufall sein, dass Battlefield 4 noch in den kommenden Tagen, nur kurz nach dem Verkaufsstart von End Game, offiziell angekündigt wird. Ich hoffe jedoch, dass DICE mit dem nächsten Teil wieder mehr Mut beweist und es fertig bringt, seine Anhänger mit echten Neuerungen im Gameplay zu überraschen, anstatt auf bewährten Pfaden zu wandeln.

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Tags:
BF 3
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Luca Cannellotto am 21 Mrz 2013 @ 20:05
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