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Sword Coast Legends: Review

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Halbgares D&D-Rezept

Das Regelwerk von Dungeons & Dragons wird aber nur halbgar umgesetzt. Zauber haben Abklingzeiten von teils wenigen Sekunden bis hin zu maximal einer Minute. Übernachten oder ausruhen muss hier niemand, um seine magischen Fähigkeiten wieder nutzen zu können. Das macht das Vorankommen in den Gebieten natürlich entsprechend einfacher. Vermutlich ist man Kompromisse eingegangen, um die Schar der Gelegenheitsspieler nicht abzuschrecken. Hardcore-Rollenspieler werden sich aber zuRecht daran stören, denn so verkommen die Kämpfe oft zu actionreichen Gemetzeln, bei denen der taktische Anspruch eher gering ausfällt. Zwar kann man das Geschehen jederzeit auf Wunsch pausieren oder die Auto-Pausenfunktion einstellen. Nötig ist dies aber in den meisten Fällen nicht. Nur in wenigen Endkämpfen und bei größeren Gegnergruppen – was allerdings nur selten vorkommt – kann es mal knifflig werden.

Letztlich hat n-Space hier eine Entscheidung getroffen, vermutlich um wohl mehr MMO-Spieler für ihren Titel begeistern zu können. Leider bleibt dabei das Wichtigste auf der Strecke, nämlich der sich steigernde Spannungsboden in einem Dungeon, weil einem die Fertigkeiten allmählich ausgehen. Oder die Überlegungen, die man anstellt, wenn man vor einer Feindgruppe steht und sich darüber selbst erst einmal klarwerden muss, ob man zunächst die Fernkämpfer oder den Kleriker des Feindes ausschalten sollte. Es fehlt dadurch auch die knisternde Spannung, weil man beispielsweise nur noch Feuerzauber zur Verfügung stehen hat und die Monster immun dagegen sind. Auch Verletzungen und andere Einflüsse wie etwa der Biss eines Vampires sind weit weniger gefährlich, wenn sich der Zauber "Erneuerung" ständig neu wieder auflädt und ihr so Krankheiten und schwere Verletzungen eurer Gruppenmitglieder rasch wieder heilen könnt.

Bei der Monstervielfalt darf man hingegen zufrieden sein. Von einfachen Ratten oder Wolfsrudeln über bekannte Untote wie Skelette, Ghule und Vampire bis hin zu wabernden Schleimviechern und fiesen Spinnen reicht die Palette der Standard-Monstrositäten auf eurer Reise. Aber natürlich kämpft ihr auch gegen viele menschliche Feinde, nicht zuletzt aufgrund der Hintergrundgeschichte, bei der ihr allmählich erkennen müsst, dass nicht jede Seite gleich schwarz und weiß ist. Apropos Seiten: Viel zu lesen gibt es natürlich auch, nur die Hauptzeilen der Dialoge wurden in englischer Sprache vertont. Neben der Haupt-Quest könnt ihr euch in vielen kleinen Nebenmissionen austoben. Erfreulich dabei ist die Tatsache, dass ihr viele der Aufgaben auf unterschiedliche Art und Weise lösen könnt. Für Unverständnis sorgte bei uns die Entscheidung der Entwickler, nur einen einzigen Speicherstand anzubieten. Wer nach dem Spielende gerne nochmal ausprobieren möchte, ob man auch zu einem anderen Ende kommen könnte, der müsste komplett von vorne anfangen. Im Gegensatz zu einem Baldur's Gate werden dies aber nur wenige Spieler wohl auch machen. Bleibt noch die Option, selbst Abenteuer mit dem beigelieferten Editor zu erstellen. Doch auch hier sind die Funktionen noch nicht so umfangreich, dass Spielleiter sich gerne stundenlang damit beschäftigen, um für Freunde oder die Community frische Kost zu veröffentlichen. N-Space arbeitet hart daran und hat bereits ein paar Patches nachgereicht. So könnte mit der Zeit das Spiel im Hinblick auf den Mehrspielermodus doch noch zu einer Empfehlung werden – noch ist es das nicht.

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Markus Grunow am 10 Nov 2015 @ 18:44
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