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Gewaltspiele: Interview mit Roland Näf

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GBase:

Durch ein Verbot von Gewaltspielen würden unzählige volljährige Bürger bevormundet und ein ganzer Industriezweig kriminalisiert sowie finanziell geschädigt werden. Und das aufgrund von Studien, deren Ergebnisse nicht endgültig aussagekräftig sind, zumal es ebenso viele Studien gibt, die auf dem Gegenteil beharren. Scheint Ihnen ein vollständiges Verbot in Anbetracht dessen angebracht?

Roland Näf:

Ja, auf jeden Fall, und zwar im Sinne der oben erwähnten Güterabwägung. Auch beim Autofahren werden Sie bevormundet, indem Sie vor der Fahrt nicht beliebig Alkohol konsumieren dürfen. Freiheit hört immer dort auf, wo jene anderer Menschen tangiert ist, nämlich die Freiheit, unversehrt zu überleben. Die Game-Industrie muss sich übrigens vor gar nichts fürchten: Es ist kein Problem, attraktive, witzige und detailreiche Games zu produzieren, die ohne grausame Gewalt auskommen. Und solche Games will ich keinem vermiesen.

(Anmerkung der Redaktion: Am Beispiel von Crytek sieht man unsere Aussage bestätigt. Die Firma würde bei einem generellen Herstellungsverbot ins Ausland abwandern.)

Zu den Studien, die das Gegenteil behaupten: Es gibt sogar in Sachen Klimaerwärmung Studien, welche diese in Abrede stellen. Die sicherste wissenschaftliche Aussage erhalten wir bei Korrelationsstudien mit einer Metaanalyse, das heisst eine Erfassung des durchschnittlich gemessenen Zusammenhangs in allen publizierten Forschungsergebnissen. Beim Zusammenhang zwischen aggressivem Verhalten und Medienkonsum erweisen sich die Studien, welche keinen Zusammenhang ergeben, als sehr einsame Ausnahmen, welche die Regel bestätigen. Ihre Aussage, es gebe ebenso viele Studien, die das Gegenteil beweisen, ist - sorry für meine Direktheit - schlicht Quatsch. Recherchieren Sie bitte besser!

(Anmerkung der Redaktion: Wir verweisen hierzu auf Studien der East Carolina-, Harvard- und Middlesex-Universitäten. Und zusätzlich auf eine Studie der Musikhochschule Hannover sowie auf einen Artikel der Sendung Welt der Wunder. Wir empfehlen ausserdem die Spielzone-Reportage des Kultursenders arte.)

Was ich aber nun zum Schluss von allen Ballerfreunden erwarte: Gehen Sie in sich und überlegen Sie sich, ob Sie wirklich auf grausame Gewalt angewiesen sind, um Ihr Hobby geniessen zu können!

Ich bin jederzeit zu Gesprächen oder zu einer Podiumsdiskussion mit Gamern bereit.
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Ettore Trento am 09 Jun 2008 @ 00:13
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