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GBase: Special Kolumne "Urlaub vom Urlaub"

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Auch Redakteure dürfen bei uns in den Urlaub gehen. Markus war für zwei Wochen auf der sonnenverwöhnten Insel Rhodos und suchte dort angeblich nach Spielefirmen, die ihn eingeladen hatten, sich neue Projekte anzusehen. So recht haben wir ihm nicht geglaubt, was sich in seiner neuen Kolumne auch bewahrheitet...

Seit fünf Tagen schon liege ich faul am Strand, spiele Volleyball oder wandere ins Landesinnere hinein. Entspannung pur von der Arbeit. Aber auch Entspannung vom Spielen mit Konsole und PC? Ja, ich gebe es gern zu. Die zwei Wochen Urlaub auf der sonnenverwöhnten Insel sind für mich auch willkommene Distanz zum Rechenknecht und vom Testalltag. denn auch wenn ich es ungern zugebe, mitunter stellt sich eine gewisse Monotonie ein, wenn man den fünften Fussballmanager in Folge oder das neunte Action-Rollenspiel innerhalb von wenigen Wochen testet. Dann fehlt auch dem gewagtesten Wörterschmied mal die Phantasie, um seine Erlebnisse einigermassen lesbar und fair zu verpacken.

Genervt zieht man mitunter die Augenbraue hoch, wenn wieder einmal ein Kleinod auf dem Schreibtisch landet, bei dem schon eigentlich im Vorfeld vermutet wurde, dass die Testzeit eher einer Zeitverschwendung gleichen wird. Manche Spieler stellen es sich immer so schön vor, das Leben als Spiele-, beziehungsweise Produkttester. Doch ein Spiel ausführlich zu testen, ist etwas gänzlich anderes, als es lediglich in Ruhe zu geniessen. Ruhe, Ruhe und Gelassenheit bei einem Computerspiel, da kommen doch unweigerlich Gedanken an ein schönes Adventure oder ein faszinierendes Rollenspiel in einer grossen, weitläufigen Welt hoch. Doch wie erlebt ein Spieletester diese Machwerke zumeist? Er stürzt sich begierig auf die Quests und Missionen und rattert sie durch wie ein Schüler seine lästigen Hausaufgaben.

Die Zeit für genussvolle Momente hingegen ist rar, das Vorankommen in der Geschichte von enormer Bedeutung, denn schliesslich will man das Spiel eingehend besprechen, Vor- und Nachteile gegeneinander abwiegen und die dabei erlebten Erfahrungen in Verbindung mit den eigenen Emotionen, jedoch ohne persönliche Vorlieben und Abneigungen niederschreiben. Doch geht das überhaupt? Kann ein Sportmuffel ein Fussballspiel testen und ein Neuling ein taktisch forderndes Strategieepos würdig beschreiben? Ich meine: Eher nein, denn wie will der Sportmuffel wissen, ob das auf dem Rasen stattfindende Spiel etwas mit realistischem Fussball zu tun hat? Wie könnte ein Strategieneuling einschätzen, ob die Balance im Spiel stimmt? Dazu gehört eine Menge Erfahrung und auch die Lust, sich in die manchmal sehr trockene Spielmechanik oder Atmosphäre einarbeiten zu wollen. Mal bekomme ich einen wohlschmeckenden Wein mit ausgezeichnetem Bouquet vorgesetzt, nur um gleich beim nächsten Spiel ein bitter schmeckendes Tröpfchen hinunterschlucken zu müssen.

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Markus Grunow

 
Markus Grunow am 01 Jun 2006 @ 14:11
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