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Xenoblade Chronicles X: Review

  Nintendo Wii U 

Ist Xenoblade Chronicles X schon die große Abschiedsveranstaltung auf Nintendos glückloser Wii U? Wenn ja, wäre es ein Abgang mit Knalleffekt. Wie schon der Vorgänger verzaubert auch dieses Rollenspiel von der ersten Minute an, hat aber wegen seiner schieren Größe und des gigantischen Spielumfangs Längen, die kaum zu kaschieren sind…

Keine Hoffnung für die Menschheit

In Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ wird unsere geliebte Erde gesprengt – weil sie einer galaktischen Schnellstraße weichen muss. Dumm gelaufen, aber wenigstens war diese Räumaktion schnell vorbei. In Xenoblade Chronicles X ergeht es der Erde nur minimal besser, hier gerät sie zwischen die Fronten eines intergalaktischen Krieges und wird aufgerieben. Die wenigen Überlebenden, die durch den orbitalen Belagerungsring brachen, retteten sich auf der Weltraumarche Weißer Wal in die Unendlichkeit des Alls. Dass zwei Jahre später eben dieses Raumschiff kollabiert und auf der feindlichen Welt Mira abstürzt, könnte das Ende sein. Für unseren Charakter, frisch erwacht aus der Stasis, ist es aber der Anfang einer epischen Reise.


Xenoblade Chronicles X möchte in so ziemlich allem ein Superlativ sein. Audiovisuell etwa kämpft sich das Rollenspiel nicht nur an die Spitze der Wii U-Titel, sondern auch gegen die Augenkaries auf PlayStation 4 und Xbox One, etwa The Witcher 3: Wild Hunt oder Dragon Age inquisition. Dass es Monolith Software überhaupt mit den technisch weitaus überlegenen Konsolen aufnehmen kann, liegt am fantastischen Artdesign des Titels. Kaum aus der Kälteschlafkapsel gestiegen und die ersten unsicheren Schritte auf Mira getan, schlägt euch das ekelhaft verregnete Wetter entgegen, zucken fern am Horizont Blitze, streifen große, unbekannte Tiere gemütlich durch die Flora. Dann verzieht sich das Unwetter und gibt den Blick frei auf das abgestürzte Raumschiff – dessen Überreste nunmehr als Neu Los Angeles bezeichnet werden –, das in der schier unendlichen Weite des Planeten liegt. Texturen, Lichtquellenberechnung, das dynamische Wetter, die Animationen… Nintendo tat gut daran, Xenoblade Chronicles X einige Male zu verschieben und die Entwicklung finanziell weiter zu unterstützen. Denn mag man dem Mario-Konzern auch vorwerfen, sich mit der Wii U verrannt zu haben: Für Xenoblade Chronicles X gilt dies nicht, alles ist aufeinander abgestimmt und greift ineinander.

Xenoblade Chronicles X

"Texte mich halt zu!"

Neben der Optik brilliert die (wahlweise japanische oder englische) Sprachausgabe, die das große Glück hat, auf ein Drehbuch zurückzugreifen, dass gängige RPG-Klischees nur zitiert, nicht aber auslebt. Der Soundtrack hingegen könnte seine akustische Opulenz gerne etwas zurückfahren und sich auch in leiseren Tönen üben, in der Summe passt es aber, was Monolith auf die Ohren geben.

Die audiovisuelle Exzellenz wäre ein Blender, würde das Spiel nicht ansatzweise mithalten können. Tut es aber. Auch hier kleine Unterschiede zum Vorgänger: Die ersten Botengänge und Quests bereiten euch optimal vor auf größere Aufgaben, weite Expeditionen und geduldig-neugieriges Erkunden in der weitläufigen Fremde Miras. Der Planet bietet einen sattgrünen Küstenstreifen, die obligatorischen Eiswelten, eine Wüste und die schon erwähnte Stadt Neu Los Angeles, die sich das US-Flair der 1950er Jahre bewahren möchte. Bevölkert wird Mira von allerlei Getier, das fremdartig und doch vertraut erscheint. Sauropoden, primitive Insekten und weit entwickelte Säuger sind eure bevorzugten Gegner – einige davon bildschirmfüllend und butterweich animiert.

Xenoblade Chronicles X
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Daniel Wendorf

Daniel Wendorf am 05 Jan 2016 @ 18:51
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