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King's Quest: Special

  Playstation 4 

Seit Telltale scheinen sich Episoden-Adventures immer grösserer Beliebtheit zu erfreuen. Der genannte Entwickler selbst bringt regelmässig weitere Werke auf den Markt – darunter beispielsweise eine spannende Game-of-Thrones-Versoftung. Doch auch andere Entwickler greifen dieses Konzept nach und nach auf. Nach DONTNOD Entertainment mit Life is Strange folgt nun Entwicklerstudio The Odd Gentlemen ebenso diesem Pfad und legt mit King's Quest einen Abenteuerklassiker in Episodenform wieder neu auf. Wir berichten, ob die Reihe mit den oben genannten Titeln mithalten kann.

Episode 1: Der seinen Ritter stand

In King's Quest übernehmen wir die Rolle eines Ritters in spe namens Graham, der später auch auf dem Königsthron des Landes seinen Platz finden soll. Dies erfahren wir aus der besonderen Erzählweise des Titels. Denn während wir den jungen Graham steuern, ertönt permanent die Erzählstimme eines alten Mannes, welcher sich als der gealterte König Graham herausstellt. Dieser erzählt seiner Enkelin Gwendolyn auf ihren Wunsch hin die spannenden Geschichten seiner Jugend vor dem Zubettgehen, und auch wir dürfen Teil daran haben.

Dies sorgt für zwei Ebenen im Spielablauf. Im Wechsel steuern wir den jungen Graham in der Erzählung oder die lebenslustige Gwendolyn in der Gegenwart. Hauptaugenmerk und auch die Stärke des Titels liegen dabei jedoch eindeutig auf den fantasievollen Abenteuern des gealterten Königs. Die Darstellung der Geschehnisse ist anfangs durchaus gewöhnungsbedürftig, dies könnte jedoch der etwas holprig geratenen deutschen Synchronisation zur Last gelegt werden. Da der Erzähler und die Art seiner Narration essenzieller Teil des Gameplays sind, fühlt es sich zu Beginn sehr merkwürdig an, wenn Dialoge völlig asynchron ablaufen oder Wörter sehr bemüht – mitunter sogar völlig falsch – intoniert werden.

King's Quest

Nach kurzer Eingewöhnungszeit stellt sich dieser Kritikpunkt jedoch als Jammern auf hohem Niveau heraus, denn die Erzählperspektive verleiht dem Abenteuer einen absolut zur Spielthematik passenden Charme und eine erfrischende Dynamik. Da sich Graham und Gwendolyn nicht immer einig sind, wie die Geschichte nun wirklich geschehen ist, oder Opa auch dazu neigt, bei dem Erzählen ein bisschen hinzuzudichten, sorgt dies für witzige Dialoge neben dem bereits sehr amüsant inszenierten Spielgeschehen. Auch wenn man nach einem der (eher seltenen) Bildschirmtode ein "So ist das aber nicht passiert!" attestiert bekommt oder Gwendolyn mit "Du bist doch nicht wirklich …?" das Ungeschick des Spielers kommentiert, zauberte dies uns regelmässig ein Lächeln ins Gesicht.

Trotz des charmanten und mitunter gar satirisch angehauchten Humors, rutscht der Titel stellenweise leider etwas in die Albernheit. Diese Momente sind jedoch zum Glück selten und wohl auch eine Frage des Geschmacks. Im Grossen und Ganzen macht King's Quest jedoch fast alles richtig. Der Titel bietet kernige Adventure-Einlagen und fordert zum Lösen von einfachen, aber nicht immer offensichtlichen Rätselpassagen auf. Der eine oder andere wird sich in den grossen und vielzähligen Arealen vielleicht eine kleine Hilfefunktion wünschen, denn bis man Gegenstand A für Rätsel B gefunden hat, sind mitunter zahlreiche Laufwege absolviert worden. Wirkliche Adventure-Freunde werden den Titel vermutlich grade wegen dieses Abenteuercharakters lieben.

Fazit von Jessica Rehse (PlayStation 4)
Sämtliche Telltale-Adventures und auch Life is Strange habe ich regelrecht verschlungen, und als King's Quest auf den Markt kam, musste ich als grosser Freund narrativer Spielkonzepte natürlich sofort ein Auge darauf werfen. Ich kenne das Original-Adventure nicht und kann daher nur die aktuelle Umsetzung beurteilen, als Neuling im King's-Quest-Universum möchte ich diese jedoch als durchaus gelungen bezeichnen. Der Titel bietet witzige und charmante Unterhaltung sowie kreative, aber einfache Rätsel, zu deren Lösung jedoch Aufmerksamkeit und ein gewisses Mass an Denkleistung erforderlich sind. Spieler, die sich seit längerem mal wieder einen Adventure-Titel wünschen, sollten unbedingt mal einen Blick riskieren. Leute, die gerne vom Spiel vorgegeben bekommen, was sie zu tun und zu lassen haben, könnten hier jedoch den einen oder anderen Frustmoment erleben.

King's Quest
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Jessica Rehse

 
Jessica Rehse am 31 Okt 2016 @ 21:10
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