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Need for Speed: Review

  Playstation 4 

Mit dem Reboot von Need for Speed wollte Electronic Arts endlich alles richtig machen: Alles so wie früher – nur in HD. Dass der bei Fans wohlklingende Untertitel "Underground", in dessen Tradition sich das Spiel sieht, nicht auf das Cover gedruckt wurde, spricht für das große Selbstvertrauen der Entwickler in ihr Produkt. Man könnte auch sagen: Arroganz.

EA präsentiert: MfS

Des Nachts in der fiktiven US-amerikanischen Großstadt Venture Bay: Motorenlärm erfüllt die Häuserblocks, unter dem tiefen Röhren getunter Motoren vibriert der Bordstein, schauen sich Passanten nach jenen PS-Monstern um, die sich akustisch ankündigen. Als ein Pulk mit quietschenden Reifen um die Straßenecke driftet, fast synchron die Kupplung schnalzen und den nächsten Gang krachen lässt, feuern die Boliden durch den gestauten Verkehr. Lichtblitzen gleich zucken sie zwischen dem Nachtverkehr und den verdutzten Polizisten, lassen die Einwohner Venture Bays mit heruntergeklappten Mündern hinter sich. Die Underground-Szene hat sich kurz, aber äußerst eindrucksvoll präsentiert!

Need for Speed

Es wäre schön, würde Need for Speed solche Szenen bieten. Doch die bleiben euch vorenthalten. Stattdessen kreierten die Entwickler von Ghost Games eine Geisterstadt. Eine leb- und reizlose (und viel zu große) Kulisse, der es an allem fehlt, was Spieler zu ausgiebigen Erkundungsfahrten einladen würde: Prägnante Sehenswürdigkeiten, abwechslungsreiche Architektur, Fußgänger, viel Verkehr auf den Straßen. Die stimmige Lichtkomposition der immer leicht angefeuchteten Straßen zu später Stunde, die feinen Reflexionen auf den Boliden und "leichten" Tageszeitenwechsel (von der Nacht in die Morgendämmerung und wieder zur Nacht) ändern am dürftigen Gesamteindruck wenig.

Allenthalben Totalschaden

Die Intention von Ghost Games ist nachvollziehbar: Alles reinpacken, was Fans von Underground 1 und 2 zum orgastischen Zocken animierte. Tuning? Check! Krasse Boliden? Check! Eine "krasse" Story des Nobody, der zum King of Underground aufsteigt? Doppel-Check! Zur Erinnerung: Seit Need for Speed Carbon aus dem Jahre 2006 ging es in der Gunst der Kritiker und Spieler fast immer bergab. Undercover (2009) war technisch unausgereift und bot eine lächerliche Figurenkonstellation. Need for Speed: Hot Pursuit (2010) und Most Wanted (2012) der Burnout-Macher von Criterion waren eben vielmehr ein Burnout, als Need for Speed – daran änderte die exzellente Technik nichts. Dann gab es noch The Run (2011), das mit gut fünf Stunden Spielzeit das kürzeste Spiel der Reihe war. Positivbeispiele wie ProStreet (2007), Shift (2009) oder Shift 2: Unleashed (2011) waren für sich genommen geniale Spiele – die aber auf eine offene Spielwelt verzichteten und auf die klassischen Rundkursrennen setzten.

Need for Speed
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Daniel Wendorf

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Daniel Wendorf am 19 Nov 2015 @ 09:53
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