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Yakuza 5: Review

  Playstation 3 

Drei Jahre nach der Erstveröffentlichung veröffentlichte SEGA vergangenen Dezember den fünften Teil seiner Mafia-Oper Yakuza. Technisch veraltet? I wo! Ein spätes Geschenk für europäische PlayStation-3-Spieler.

Die Geschehnisse des vierten Teils – die Zombiemetzelei Dead Souls wird elegant ausgeklammert – stecken den Protagonisten noch in den Knochen. Der Clinch zwischen mehreren "ehrwürdigen Familien" hat diese geschwächt und die japanische Polizei auf den Plan gerufen. Die zwielichtige Welt liegt darnieder, und glaubt ihr jetzt, damit wären die Protagonisten des Vorgängers allesamt unzufrieden, irrt ihr euch. Vor allem Kiryu Kazuma hat die sich daraus ergebenen Chancen genutzt und sich zurückgezogen. Zurückgezogen aus einer Welt, die nur vordergründig sauber ist, aber vor Blut nur so trieft. Zurückgezogen in das Leben eines einfachen Taxifahrers, der von seinem Lohn nur ein kleines Appartement finanzieren kann und so viel seinen Waisenkindern spendet, denen er vor vielen Jahren ein Heim schenken wollte – und scheiterte. Kiryus Leben nimmt erneut eine Wendung, als ein mysteriöser Fahrgast auf seiner Rückbank Platz nimmt und ihn erkennt. Was er verkündet, ist unheilvoll: Neue Allianzen, neue Feindschaften, ein neues System der Korruption. Und ob er es nun will oder nicht, wird Kiryu langsam wieder in den Strudel organisierter Verbrechen gezogen.

Der Japan-Simulator

Yakuzas großes Verdienst war es bislang, Charakterzeichnung nicht als notwendiges Übel zu begreifen, um anschließend den Gewaltexzess abzufeiern. Siehe GTA, siehe Saints Row. SEGA stellt tatsächlich die Pro- und Antagonisten in den Fokus, zeichnet Biografien und malt sie mit Motiven, Sehnsüchten und Abneigungen aus. Was dabei herauskommt, sind zunächst einmal sehr lange Zwischensequenzen. Ehe ihr das erste Mal aktiv ins Geschehen von Yakuza 5 eingreifen dürft, sind über 30 Minuten vergangen. Eine halbe Stunde allerdings, die Appetit auf so viel mehr macht. Übernehmt ihr dann die Steuerung über Kiryu und werdet von dessen Boss angehalten, ein Geschenk in einem kleinen Bezirk zu besorgen, schlendert ihr durch die Straßen und Gassen. Vorbei an bunten und blinkenden Schaufenstern, Karaokebars, Sushiständen, der Flusspromenade, den sich drängelnden Menschen und dem Abendverkehr der Stadt. Details wie verwahrloste Hinterhöfe und lamentierende Leute ziehen eure Aufmerksamkeit auf sich, und allerorts laden Nebenaktivitäten (insgesamt 120) zum Prokrastinieren auf japanische Art ein. Nudeln kochen beispielsweise, SEGAs Arcade-Hit Virtua Fighter 2 zocken oder eine Plüschfigur aus einem Greifautomaten ziehen.

Tolle Geschichten aus Fernost

Yakuza 5 kann aber mehr als nur Japan simulieren. Eine gute Geschichte erzählen, worauf wir ja schon eingegangen sind. Während Rockstar in GTA V ein Trio auf Raubzüge schickt, sind es in diesem Spiel satte fünf Charaktere, deren Wege unterschiedlicher nicht verlaufen könnten und sich trotzdem kreuzen. Jede der Hauptfiguren wohnt in einer anderen Stadt, einer anderen Umgebung und hat mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen. Darauf einzugehen, wie sich deren Wege kreuzen und wie sie zueinander stehen, würde im Rahmen dieses Tests nur spoilern, weshalb wir es lieber dabei belassen, dass die Story-Autoren von SEGA schon wegen der tollen Geschichten Sonderpreis um Sonderpreis verdient hätten.

Yakuza 5
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Daniel Wendorf


Yakuza-5


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Daniel Wendorf am 05 Feb 2016 @ 10:24
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