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Layers of Fear: Review

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Das kleine polnische Indie-Studio Blooper Team SA, dem einen oder anderen vielleicht durch den Bomberman-ähnlichen Horrortitel BRAWL bekannt, hat mit Layers of Fear einen Gruselschocker veröffentlicht, der 08/15-Pfade verlässt und als Kunstwerk seines Genres bezeichnet werden kann.

Schizo-Albtraum

Die Grundzutaten von Layers of Fear wirken zunächst klassisch: Man nehme einen psychisch gestörten Protagonisten, setze ihn in ein gruseliges Anwesen und lasse ihn grauenvolle Halluzinationen durchleben. Gepaart mit dem besonderen Steuerungsstil aus Amnesia oder SOMA sowie typischen Horrormechaniken wäre ein wenig innovativer, aber durchaus solider Genrevertreter geboren. Doch Blooper Teams Werk geht einen Schritt weiter.

Die genannte Hauptfigur ist ein Maler, das Anwesen sein Besitz. Nach einem tragischen Unfall kann er sich nur noch humpelnd fortbewegen – ein Aspekt, den die Entwickler direkt ins Spielgeschehen integrierten. Tatsächlich bewegen wir uns in der Haut des Antihelden aus der Ego-Perspektive nur langsamen, schlurfend-hinkenden Schrittes fort. Wohlwissend also, dass wir in Fluchtsituationen mehr als schlechte Karten hätten. Die Handlung dreht sich um ein unvollendetes Gemälde, das der Künstler in seinem Wahn unbedingt an Perfektion grenzend fertigstellen möchte. Schon früh wird der Anschein einer Art Zeitschleife erweckt, weisen doch etwa Wandkritzeleien darauf hin, dass wir das gerade zu Bewältigende schon einmal durchlebt haben müssen. Dazu spielt die Ehefrau des Protagonisten eine wichtige Rolle – über beide Personen erfahren wir in Briefen, Tagebucheinträgen und Zeitungsartikeln nähere Details. Gesichter und Namen sind aber stets unkenntlich gemacht.

Räumchen wechsle dich

Layers of Fear ist artverwandt mit Amnesia, aber noch ruhiger und viel subtiler in der Umsetzung. Über weite Strecken fühlt es sich wie ein klassisches Adventure aus der Ego-Perspektive an. In Amnesia-Manier öffnen wir mit dosierten Mausbewegungen Türen, Schubladen und Truhen, können Gegenstände in einer Vollbild-3D-Ansicht stufenlos drehen und näher betrachten. Die erwähnten Schriftstücke werden authentisch in englischer Sprache dargestellt – auf Wunsch dürfen wir eher unleserliche handschriftliche Notizen oder Zeitungsartikel aber auch in einer (optional deutschen) Textzusammenfassung anzeigen lassen. Die Umgebung ist recht interaktiv und lässt uns beispielsweise auch Lichtschalter oder Wasserhähne betätigen.

Die Story ist in mehrere Kapitel unterteilt, die stets das Atelier des Malers als Ausgangspunkt haben. Ziel ist es, in dem (scheinbar) weitläufigen Anwesen bestimmte Schlüsselobjekte zu finden, die der Hauptfigur Erinnerungen zurückbringen und bei der Fertigstellung des Gemäldes helfen sollen. Jedes Mal ist die Gestaltung der Räumlichkeiten dabei anders. Zwar kann man strengen Auges eine Art Schauplatz-Recycling kritisieren, denn viele Räume sind im Spielverlauf durchaus wiederholt erkundbar. Die besondere Machart von Layers of Fear lässt diesen Aspekt jedoch fast vergessen. Kein vermeintlich bereits bekannter Raum ist nämlich tatsächlich derselbe. Im Rahmen der Halluzinationen und/oder übersinnlichen Vorkommnisse verändert sich gerne das Mobiliar. Wanddekorationen verwandeln sich in Echtzeit, Dinge beginnen zu schweben – und wir können nie sicher sein, was uns erwartet, wenn wir uns umdrehen, nachdem wir uns längere Zeit auf ein Detail konzentrierten. Zeitweise sehen wir verzerrte Geistererscheinungen, hören Geflüster oder Kinderschreie.

Layers of Fear
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Daniel Boll

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Daniel Boll am 04 Mrz 2016 @ 15:40
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