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Afterfall - InSanity: Review

  Personal Computer 

Ganz klar: Die Jungs von Intoxicate haben sich Respekt verdient. Ihre Vision eines Horrorspiels wurde von dem Unternehmen Nicolas Games finanziert, und nach fünf Jahren Entwicklungszeit ist nun Afterfall - InSanity erhältlich. Und das Horror-Abenteuer ist wahrlich kein Flop geworden, sondern ein überraschend stimmiges Action-Feuerwerk.

Best-of?

Intoxicate ist ein Zusammenschluss von Fallout 3- und S.T.A.L.K.E.R.- Fans, die ein eigenes Universum erschaffen wollten. Herausgekommen ist Afterfall - InSanity - nach einer ziemlich langen, holprigen Entwicklung. Als Basis verwendeten die Macher einen Horrorroman von Monolith. Ausserdem bedienten sie sich bei F.E.A.R. und Dead Space. Ein bunter Mix von Gruselelementen erwartet uns allerdings nicht bei der Geschichte, die eigenständig ist und in Form allerlei Dialoge und Zwischensequenzen erzählt wird. Nach einer atomaren Katastrophe hausen die Überbleibsel der Menschheit im Jahr 2035 unterhalb der Erde. In riesigen Bunkeranlagen machen die Überlebenden das Beste aus ihrer Situation. Einer von ihnen ist der Psychologe Albert, der unter seltsamen Schlafstörungen leidet. Er träumt von einer Verschwörung und einem Leben ohne Verseuchung auf der Erde. Ein wenig Wahrheit scheint in seinen Visionen zu stecken, wie er selbst herausfinden darf. Seine Vorgesetzten geben ihm den Befehl, tief in den Inneren dunkler Minen aufzuklären, wieso die dortigen Bewohner plötzlich durchdrehen. Und so macht sich Albert auf, verabschiedet sich vorerst von seiner hübschen Freundin Karolina und besucht schaurige Orte. Dass er dort Kurioses erlebt, versteht sich von selbst.



Gerade die erste halbe Stunde wartet mit einigen dramaturgisch interessanten Wendungen auf. Zudem erfährt man schnell die grundlegenden Mechanismen von Afterfall - InSanity. Aus einer dritten Person steuert man Albert durch die linearen Schauplätze. Hier gibt's allerlei Puzzles und durchaus intelligente Rätsel. Beispielsweise muss er Schalter ausfindig machen oder einen Kernreaktor innerhalb eines Zeitlimits ordnungsgemäss kühlen. Intellektuell beansprucht das Spiel die grauen Zellen nicht allzu sehr, ohnehin liegt der Fokus auf der Action. Diese erinnert frappierend an etliche Vertreter der letzten Jahre. In den Orten findet man allerlei Werkzeuge, darunter Feuerwehräxte, Rohre und Hämmer. Mit diesen haut man die wahnsinnigen Ex-Menschen, die sehr wie Zombies aussehen, zu Brei. Das hat etwas von Manhunt oder Condemned. Staubt man eine praktische und sehr effiziente Schusswaffe ab, mutiert Afterfall - InSanity zu einem klassischen Third-Person-Shooter, allerdings mit Verzicht auf ein ausgeklügeltes Deckungssystem. Ohnehin sind die Auseinandersetzungen direkt, brutal und ohne Schnickschnack. Klar, man kann Feinden schnell ausweichen und so etwas Taktik an den Tag legen, wirklich schwierig ist das aber nicht - vor allem nicht auf den zwei niedrigeren der vier Schwierigkeitsgrade (einer ist freispielbar).

Eingängig

Man muss sich aber nichts vormachen: Das Spiel ist in vielerlei Hinsicht nicht perfekt. Beispielsweise ist die KI der widerlichen Gegner nicht überzeugend. Sie rennen wild auf Albert zu und legen keine Strategien an den Tag. Sie sind, wenn man eine schnieke Pistole oder ein Maschinengewehr hat, nicht mehr als dummes Kanonenfutter. Schlimmer ist aber das Auftreten der computergesteuerten Kollegen, denen es auch an Gehirn fehlt. Zwar helfen sie hier und da, agieren aber ebenfalls alles andere als clever. Das nimmt dem Spiel eine gehörige Portion Atmosphäre. Schön ist wiederum, dass die Schlagwaffen Unterschiede besitzen: Mit einer Axt köpft man Kontrahenten mit ein, zwei Hieben. Mit einem Rohr dagegen muss man schon häufiger auf einen Fiesling eindreschen. Schade ist, dass die Entwickler darauf verzichteten, die Stärke eines Tötungsspielzeuges zu kennzeichnen. Somit steht das Herumprobieren im Vordergrund. Bedauerlich ist ferner, dass die Kämpfe immer ähnlich ablaufen und kaum Überraschungen bieten. Eine Ausnahme sind die grösseren Bosse, die mit Geschick und einen Hauch Überlegung zu bezwingen sind.

Afterfall - InSanity
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Sven Wernicke

Afterfall---InSanity


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Sven Wernicke am 15 Dez 2011 @ 14:15
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