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Grand Slam Tennis: Review
Die neue Kontrolle ist auch gleichzeitig ein emotionaler Vorteil. So werdet ihr jedem verlorenen Ball hinterherfluchen, denn zum grössten Teil ist es euer Fehler. Noch nie hat Frust so viel Spass gemacht. Dementsprechend ist auch die Freude über geniale Ballwechsel umso grösser. Heissblüter werden riesigen Spass haben.
Die Illusion ist allerdings noch nicht perfekt: Hin und wieder will der Spieler auf dem Bildschirm nicht ganz so spielen, wie ihr es euch vorstellt. Das liegt zum grössten Teil daran, dass ein schnelles Ausholen oder eine ungewollte Bewegung zu schnell als Schlag erkannt wird. Gerade bei Bällen, die direkt auf den Mann kommen, gibt es häufig kleinere Fehler. Auch die Kontrolle der Spielfigur per Nunchuk ist noch nicht optimal, da die Spieler etwas zu träge auf Richtungsänderungen reagieren. Darüber hinaus gibt es bei der Erkennung von Vor- und Rückhand immer wieder kleinere Probleme, die den Spielspass allerdings nicht grossartig trüben.
Abzüge in der B-NoteVom Gefühl her ist Grand Slam Tennis schon jetzt der Spitzenreiter auf der Wii. Doch wie sieht es bei der Präsentation aus? Auch hier kann EA Sports' Tennisdebüt punkten. Die Spieler sind in einem Comic-Look gehalten und versprühen einen gewissen Charme, der allerdings nicht allen gefallen wird. Ferner sind alle Stars gut getroffen und klar identifizierbar, hier hatte Top Spin 3 noch riesige Probleme. Das Glanzstück von Grand Slam Tennis sind aber klar die Animationen. Butterweich und voller Dynamik bewegen sich die Spieler über den Tennisplatz und versprühen so echte Spannung. Auch die Jubel-, Trauer- und Wutposen sind gelungen und tragen zu einer tollen Atmosphäre bei, was man vom Umfeld leider nicht behaupten kann. Geht der etwas detailarme Platz noch als okay und die grossen Stadien zumindest als gross durch, sind Zuschauer, Himmel und weitere Details enttäuschend schlecht. Matschige Texturen, hässliche Bitmap-Zuschauer und verpixelte Hintergründe trüben das Bild enorm.
Dafür stimmt der Sound. Das Publikum reagiert dynamisch sowie passend zum Spielablauf und die Spieler geben, je nach Typ, mal mehr und mal weniger von sich. Gerade Maria Scharapowas Signalstöhnen wurde sehr gut eingefangen, auch wenn es doch sehr stört. Der integrierte, englisch sprechende Kommentator kann grundlegend überzeugen, wiederholt sich allerdings zu häufig. Gleiches gilt für den Soundtrack, der etwas eintönig daherkommt.
Ebenfalls verbesserungswürdig sind die Spielmodi. Neben den Einzelmatches können auch die Grand Slam-Turniere gespielt werden. Letztere allerdings nur in einer Art Karrieremodus. Hier erstellt ihr euren eigenen Spieler und beginnt als Neuling eure Tour um die Welt. Ihr werdet nacheinander auf die vier grossen Turniere geschickt und habt die Chance, bei Showmatches und Minispielen neue Fähigkeiten zu erlernen. Das motiviert stark und kann auch einige Zeit vor dem Monitor fesseln, allerdings fehlt etwas der Bezug zur Tenniswelt. Eine Weltrangliste hätte hier Wunder bewirkt. Auch ist es schade, dass man keine Turniere mit den bekannten Tennisprofis oder einfach nur mal so ein Turnier spielen kann. Auch im Mehrspielermodus sind Turniere nicht verfügbar, dafür aber die lustigen Partyspielvariationen. Zwei gegen einen; Stopp und Lob zählen doppelt; eine Art Rundlauf - für die gesellige Runde gibt es genug Möglichkeiten. Die Performance im Online-Modus ist gut. |
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