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Herr der Ringe - Die Eroberung: Review
Das Problem auf den öffentlichen Servern ist die Unfähigkeit der Spieler, die verschiedenen Schwachstellen der Klassen im eigenen Team zu schützen. Da rennt alles wild nach vorne, wird wild gemetzelt ohne Sinn und Verstand. Da fallen direkt hintereinander drei Kämpfer in den gleichen Abgrund und Orks rennen doof auf einen weit entfernt stehenden Bogenschützen frontal zu oder fallen wie blöde von Brücken herunter.
Mag sein, dass wir Pech im Testverlauf hatten, doch hatten wir nicht den Eindruck, hier jemals taktische Team-Gefechte erleben zu können, es sei denn, man schliesst sich einem Clan an. Doch wird es bei diesem Titel überhaupt einmal so etwas wie Clanbildungen geben? Man mag es bezweifeln, denn das würde bedeuten, dass dieses Spiel über Monate Spass bereiten kann.
Doch weder von den taktischen Optionen, noch vom Kartendesign oder den enthaltenen Klassen stimmt hier irgendetwas. Hier wurde eine grossartige Lizenz zum Fenster rausgeworfen. Uninspiriert wurden hier augenscheinlich die Vorstellungen des grossen Publishers umgesetzt. Entweder wurden den Entwicklern zu enge Fesseln angelegt oder sie haben die Möglichkeiten, die sie geboten bekamen, nicht auszunutzen verstanden. Das merkt man leider auch in technischer Hinsicht. Unscharfe Texturen, viele schwache Effekte und teils sehr klobige Animationen sorgen nicht gerade für schöne Momente in der Tolkien-Welt.
Vielleicht wäre unser Fazit nicht ganz so negativ ausgefallen, wenn Pandemic dem Spiel mit Aufrüstungsoptionen für die Klassen und Helden mehr Tiefgang verliehen hätte. Ein besseres Schild verleiht mehr Optionen im Nahkampf? Ein besserer Zauberstab hat eine grössere Reichweite? Der Bogen feuert gleich satte sechs Pfeile ab statt drei und der Umhang macht den Späher doppelt so lange unsichtbar?
Es wäre so viel möglich gewesen, aber das Potential wurde verschenkt. So ist Der Herr der Ringe: Die Eroberung nur ein leichter Happen, der im Splitscreen-Modus oder kooperativ mit bis zu vier Spielern Freude bereiten kann, aber langfristig im Regal verstauben wird. Immerhin: Wer schon immer mal dem nervigen Legolas oder Aragorn den Schädel spalten wollte, hat hier die Gelegenheit dazu.
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