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ArmA 2: Review

  Personal Computer 

Ähnliches passierte uns in der ersten Mission. Während wir den geretteten Arzt eskortieren, gehen wir getroffen zu Boden. Der alarmierte Sanitäter ist mehrere hundert Meter entfernt und durch Feindfeuer festgenagelt. Blanke Ironie, dass neben unserem Alter Ego ein soeben geretteter Arzt steht, der dabei zusieht, wie wir verbluten. Vor Wut braten wir dem Doctore am Boden liegend noch ein paar Kugeln zwischen die Rippen, die Mission ist eh gelaufen. Sekunden später ist auch Cooper endgültig verblutet. Neustart. Frust.

Andernorts wird darüber hinaus sogar davon berichtet, dass bestimmte Missionsziele nicht ausgelöst werden oder geskriptete Ereignisse nicht beginnen. Auch wenn wir das in der Preview-Version bemerkten, in der Verkaufsversion ist uns das nach Installation des ersten Patches nicht passiert. Ob das nun Zufall, Glück oder tatsächlich der gefixte Programmcode ist, wir wissen es nicht mit Sicherheit. Fakt ist: ArmA 2 ist trotz zahlreicher Macken gut spielbar, basierend auf dem ersten Patch natürlich.

Ist hier noch 'ne Taste frei?

Die gigantische Komplexität des Spiels hat ihren Preis. Nahezu jede Taste auf eurer Tastatur ist mit einer Funktion belegt. Wir hatten im Test zunächst sogar Schwierigkeiten, eine freie Taste für unser Screenshot-Programm zuzuweisen. Das Problem am fast schon zu hohen Realismusgrad des Spiels ist der Aspekt, dass weder das Handbuch noch das umfangreiche Trainingsprogramm im Spiel alle Funktionen und Kniffe abdecken.

Vieles werdet ihr nur durch Learning by Doing in Erfahrung bringen, wenn überhaupt. Das bremst beim Spielstart die Euphorie und macht den Titel für Neueinsteiger extrem schwer zugänglich, wobei der Schwierigkeitsgrad an sich sogar noch recht human ist, zumindest auf den unteren Stufen. Ähnlich ergeht es uns bei diesem Test. Es ist förmlich unmöglich, alle Features und Aspekte von ArmA 2 in einen Text zu packen. Dabei hält der Autor dieser Zeilen ohnehin schon recht wenig von zu textlastigen Artikeln.

Neben der Singleplayer-Kampagne erwartet alle ArmA 2-Spieler auch ein umfangreiches Training, diverse Einzelszenarien und sogar ein Editor, mit dem ihr nach etwas Einarbeitungszeit eigene Missionen erstellen könnt. Im Mehrspieler-Modus könnt ihr Mann gegen Mann im Warfare-Modus um die Herrschaft in Chernarussland kämpfen oder ihr erlebt die komplette Kampagne als kooperativen Spielmodus. Hier glänzt ArmA 2 besonders, denn im Multiplayer-Modus fällt freilich die KI weg.

Neben all dem Tamtam um Realismus und Komplexität hat es uns vor allem die extrem authentische Spielwelt angetan. Die Grafik grenzt mancherorts an Fotorealismus, zu gerne würde man einfach zu einem Waldspaziergang aufbrechen. Noch nie gab es eine realistischere Landschaft, Flora und Fauna als im 225 Quadratkilometer grossen virtuellen Spielgebiet von ArmA 2, in dem ihr euch übrigens stets ohne Ladepause frei bewegen könnt. Die Grafik hat ihren Preis, die Entwickler empfehlen für die volle Grafikpracht einen Quad Core-Prozessor mit wenigstens zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. ArmA 2 verfügt aber über umfangreiche Grafikoptionen, allein das Abschalten des üppigen Grasbewuchses macht das Spiel nicht nur flüssiger, sondern auch einfacher. Am Boden liegende Gegner sind so leichter zu erkennen. Das ist auch auf High-End-Maschinen durchaus ein überlegenswerter Faktor, denn die Gegner-KI zielt unfairerweise verteufelt präzise.

ArmA 2
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Tobias Kuehnlein am 10 Jun 2009 @ 15:17
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