Rise of the Argonauts: Review
Woran liegt das? Nun, an sich kommen durchaus solide Synchronsprecher zum Einsatz, die aber für dieses Projekt nicht besonders motiviert zu sein schienen. So philosophiert Jason mit diversen Gestalten unerschöpflich über Moral und Ethik, und das in einer Weise, die den langweiligsten Geschichtsunterricht zum Mega-Event mutieren lässt. Emotionen werden in den Dialogen und Animationen kaum transportiert, weder Trauer noch Wut und erst recht kein Humor. Und auch wenn einige sehr interessante Weisheiten zitiert werden, etwa "Den Weisen dürstet es nach Fragen, nicht nach Antworten!", und die Themengebiete prinzipiell auch auf die heutige Gesellschaftssituation zugeschnitten sein könnten, will einfach keine Motivation aufkommen, die Dialoge weiter zu verfolgen. Viele Charaktere, allen voran Jason, wirken abwesend, ja, teils geradezu apathisch. Selbst wenn Gefühle also transportiert würden, würde man diese den Charakteren nicht abkaufen.
Es gibt aber löbliche Ausnahmen. Allen voran Auftritte von bösen Charakteren, die dann ihre dunklen Pläne preisgeben oder einen Mord ausüben. In solchen Momenten schnellt der Spannungsbogen kurzzeitig in ungeahnte Bereiche hoch. Das Potenzial für eine fesselnde und dichte Hintergrundgeschichte ist also prinzipiell vorhanden, wird aber nicht konsequent genutzt. Dialogzeilen können auf Wunsch übersprungen werden. Allerdings läuft man dann Gefahr, eine ganze Zwischensequenz direkt abzubrechen. Hier ist also Vorsicht geboten.
Die meisten Dialoge laufen nicht vollautomatisch ab, sondern können von uns beeinflusst werden. Bis zu vier Dialogoptionen stehen dann zur Wahl, die ein Gespräch in eine gewisse Themenrichtung lenken können. Hiermit wird der Eindruck erweckt, dass eigene Entscheidungen den Verlauf der Geschichte ändern können. Die Wahrheit ist aber eher ernüchternd, läuft es doch am Ende meistens auf denselben Fortgang hinaus. Beispiel: Wir erledigen einen Minotaurus, stehen vor seinem vor Schmerz gekrümmten und am Boden liegenden Körper. Egal, welche Sprüche wir ihm reindrücken, Jason rammt ihm letztlich sowieso den Speer in den Rücken und trennt ihm den Kopf ab.
Der Fluch der SteuerungUnser Logitech-Gamepad bleibt übrigens ungenutzt, weil das Spiel die Richtungstasten invertiert, was sie für die Fortbewegung und in Kämpfen völlig unbrauchbar macht. Tadellos unterstützt wird hier nur ein Original-Xbox 360-Controller. Schönen Dank auch, Codemasters! Also müssen wir uns mit einem der drei vorab eingestellten Tastaturbelegungen begnügen, die aber auch so ihre Kinderkrankheiten haben. Einzelne Tasten festlegen? Geht nicht, wozu auch? Wir PC-Spieler dürften es ja mittlerweile gewohnt sein, schlampige Konsolenumsetzungen aufgetischt zu bekommen. Und in Rise of the Argonauts bekommen wir die volle Breitseite ab. Es geht mit zeitkritischen Minispielen, etwa einem Merkspielchen, los, das via Dialogauswahl funktioniert. Die Option rechts unten ist nur erreichbar, wenn wir gleichzeitig die Tasten S und D drücken. Und selbst da müssen wir Glück haben, dass das Auswahlfeld direkt umspringt.
Weiter geht's mit der Mausgeschwindigkeit, die nicht regelbar ist. Wir fragen uns ausserdem, ob Jason an Nackenstarre leidet. Oder warum kann er nach unten, links und rechts schauen, aber nicht nach oben? Nicht mal eine Zoom-Möglichkeit gibt es, was die Übersicht in kleineren Arealen erschwert. Oft ist die Kamera nämlich so nahe am Kampfgeschehen dran, dass wir Freund und Feind nicht mehr unterscheiden können. Zu allem Überfluss sind unsere Begleiter, bis zu zwei Argonauten nach Wahl, auch noch heimliche Saboteure, weil sie gerne mal den Weg versperren. Blöd, wenn hinter uns gerade eine Horde Gegner auf uns einprügelt und die Lebenskraft gen Ende sinkt. |
|


Game-Facts
Game-Abo Was ist das?
|