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Beijing 2008: Review

  XBOX 360 

Tolles Wort fürs Galgenraten: Sehnenscheidenentzündungsalarm!

Wie wird gespielt? Nun, grundsätzlich ziehen sich durch die weit über zwei Dutzend Disziplinen einige wenige Bedienungsschemata. Wird gerannt, müsst ihr meist abwechselnd A und B drücken oder einen Stick schnell hin und her drücken. Wird gesprungen oder geworfen, bestimmt ihr mit einem der Trigger meist Absprungspunkt und -winkel. Beim Schwimmen imitiert ihr durch gegensätzliches Drehen der beiden Sticks die Schwimmbewegungen und bei bestimmten Sportarten, wie dem Barren oder dem Kunstspringen, kommen ganz andere Bedienungselemente zum Einsatz. Was hier so human klingt, ist in Wahrheit eine Folter für eure Controller und Hände. Über eine Distanz von 1500 Metern permanent und hochfrequent den rechten Stick nach links und rechts zu hämmern, ist eine Tortur und daher kaum mit einer befriedigenden Platzierung zu meistern. Beim Hochsprung gilt es, während des Anlaufs fast wie in einem Tanzspiel im richtigen Moment A oder B zu treffen, um am Ende dann mit dem Trigger korrekt abzuspringen.

Wer sich für das Kunstspringen vom 10 Meter-Turm entscheidet, muss mit dem linken Stick der Rotation eines grünen Punktes und mit dem rechten Stick der Rotation eines roten Punktes auf dem Bildschirm folgen. Da schon wissenschaftlich erwiesen ist, dass es vielen Menschen schwer fällt, mit ihren beiden Armen gleichzeitig verschieden schnelle Rotationsbewegungen auszuführen, erreicht die Anforderung an die Hand-Augen-Koordination in derartigen Disziplinen ein frustrierend hohes Maximum.

Hinzu kommt der knackige Schwierigkeitsgrad des Titels. Mehrfach sind wir im Test bereits am zweiten Qualifikationstag aus dem Wettbewerb geflogen oder sahen chancenlos dabei zu, wie die KI deutlich bessere Zeiten, Höhen und Weiten aus dem Hut zauberte als wir - und das trotz mehrstündiger Einspielzeit.

Sportler müssen nicht gut aussehen

Technisch reizt Beijing 2008 das Potential der aktuellen Konsolengeneration zweifellos nicht aus. Dennoch geht die grafische Präsentation in Ordnung. Das Publikum klatscht begeistert, das Stadion ist relativ detailliert gestaltet und die Athleten sind annehmbar modelliert und höchstens hier und da ein klein wenig abgehackt animiert. Optischer Tiefpunkt war der Kameraschwenk über das nächtliche National Stadium von Peking mit zahlreichen Pyroeffekten. Dafür, dass das die Eröffnungsfeier darstellen sollte, war die Optik gelinde gesagt unterirdisch. Da zauberten die Leute von 49Games in den RTL Winter Games eine weitaus gelungenere Eröffnungsfeier auf den Bildschirm. Sei's drum, ein derartiger optischer Fauxpas ist uns im weiteren Spielverlauf Gott sei Dank nicht mehr begegnet. Auch der Sound geht in Ordnung, obwohl die immer gleiche Musikuntermalung nervt und zumindest in der vorliegenden Testversion der Stadionsprecher deutsch, die Kommentatoren im TV-Replay aber englisch sprechen.

Neben dem Singleplayer-Modus ist die Jagd auf die Medaillen auch für bis zu vier Spieler an einer Konsole sowie für bis zu acht Spieler via Xbox Live oder System Link möglich. Wer mit Xbox Live verbunden ist, bekommt übrigens bei jeder Disziplin den aktuellen Xbox Live-Weltrekord eingeblendet.

Beijing 2008
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Tobias Kuehnlein am 03 Jul 2008 @ 14:11
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