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Heavy Rain: Review
Während man beim Rasieren mit dem Analogstick die Führung des Apparates in Echtzeit übernimmt, so schalten die meisten Anweisungen während des Spiels flüssig in eine kurze Animation. Anziehen muss man sich dann wieder selbst, indem man den Joystick nach oben und unten schiebt. Auch die Arbeit als Architekt erledigt sich nicht von allein. Bereits in diesen ersten Minuten beginnt sich die "Natürlichkeit" dieses Spielerlebnisses bemerkbar zu machen. Aufstehen, Duschen, Anziehen, ein Blick in den Kühlschrank, frische Luft schnappen und aus dem Fenster gucken. Banale Alltagshandlungen die eine Identifikation mit dem Charakter erhöhen. Der Spieler wird zum Schauspieler.
Diese Spielerfahrung generiert sich besonders aus der geschickten Führung der Macher und wird sich auch im weiteren Verlauf von Heavy Rain deutlich bemerkbar machen. Neben den Icons tragen besonders die cineastische Kameraführung und die punktgenau gesetzte Musikuntermahlung ihren Teil dazu bei. Indem bestimmte Bildelemente im Split-Screen eingeblendet oder in Grossaufnahme gezeigt werden, wird die Aufmerksamkeit des Spielers auf wichtige Gegenstände oder parallele Aktionen des Spiels gerichtet, die ihn entsprechend von einem Wegpunkt zum nächsten lotsen, ohne dass das Spielerlebnis ins Stocken gerät. Kaum hat man sein eigenes Heim erkundet und die Arbeit erledigt, sind auch schon Ehefrau und Kinder zu hören, die vom Einkaufen heimkehren und hoffen, Ethan würde ihnen die Tüten abnehmen. Wenn man die Tastenkombination nicht hinkriegt, erntet man einen genervten Spruch. Es folgt angeregter Smalltalk und die Aufforderung, den Tisch mit dem guten Porzellan zu decken. Um sich keinen Ärger einzuhandeln, sollte man ganz vorsichtig mit dem Geschirr umgehen und den Joystick nur langsam in die angezeigte Richtung bewegen. Mit den beiden Jungs spielt man daraufhin im Garten, das Familienglück scheint perfekt.
Bei einem Shoppingausflug gerät das geordnete Leben aber aus dem Gleichgewicht. In einer geschickt inszenierten Episode sieht man den eigenen Sohn in der Menschenmenge verschwinden. Währenddessen sucht man verzweifelt nach Geld in den Hosentaschen, das man dem Ballonverkäufer schuldet. Der Spieler in der Rolle des Ethan Mars hat die volle Verantwortung für jene Ereignisse zu tragen, die sich bedrohlich ankünden. Noch ist Zeit und ein Kind mit einem roten Ballon wird im unteren Stockwerk gesichtet...
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