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The Path: Review

  Personal Computer 


Lediglich drei Dinge könnt ihr in The Path machen. Laufen, den Inhalt eures Körbchens betrachten oder gar nichts. Gar nichts? Ja, denn wenn ihr vor einem merkwürdig erscheinenden Objekt stehen bleibt und die Steuerung mal links liegen lasst, agiert das Mädel, dessen Kontrolle ihr eingangs übernommen habt, und sieht sich den Gegenstand näher an oder nimmt ihn auf. Im Wald trefft ihr beispielsweise auf ein kleines, unschuldig wirkendes Mädchen. Es turnt vor euren Augen herum, nimmt euch liebevoll in den Arm und führt euch schliesslich Hand in Hand wieder zurück auf den Pfad.

Dann wiederum entdeckt ihr einen Brunnen im düstern Wald. Ihr blickt hinein und bekommt eine Gänsehaut, nur weil ihr ein paar Zeilen zu hören bekommt, die eure Seele ansprechen. Von Hoffnungen und Träumen ist da die Rede, es kommt leichter Psychogrusel auf. Verfallene Spielgeräte auf einem Platz, kaputte Gebäude, hier im Wald ist nichts mehr von schöner Natur. Oder doch? Nach geraumer Zeit sehen wir einen Mann im Wald. Wir nähern uns dem Jüngling und die nächste schräge Interaktion beginnt. Ohne zu viel verraten zu wollen: was hinter diesen Dingen steckt, bleibt grösstenteils eurer eigenen Phantasie überlassen. Das Spiel gibt euch nur selten konkrete Hinweise, mit wem ihr es da zu tun habt. Und doch scheint es am Ende der Mission logisch, plötzlich wird alles sonnenklar. Oder doch nicht?

Stellt euch vor, ihr liegt auf einer Wiese und schaut nach oben zu den dicken Wolken. Da erkennt man ein Segelschiff, einen Wikingerhelm, einen grossen Raubvogel oder auch mal ein Gesicht. Aber sind am Ende da oben nicht doch einfach nur Wolken? Der Wald kann Spiegel eurer Psyche sein, sofern ihr es zulasst. Es gibt keinen Lösungsweg, keine vorgekauten Richtungen. Ihr selbst seid Teil des Spiels, müsst euch aber darauf einlassen können. Denn die Entdeckung der Langsamkeit ist Grundvoraussetzung für ein schönes Erlebnis. Ungeduldige werden das Spiel nach wenigen Spielminuten in die Ecke pfeffern. Geduldige Naturen kommen aber auf ihre Kosten, denn wer auch gerne mal ein Bild minutenlang anschaut, um jede noch so kleine Winzigkeit des Malers entdecken und interpretieren zu können, der wird auch in The Path seine Freude haben.

Soll man überhaupt etwas zur Technik schreiben? Eigentlich braucht man das nicht wirklich. Sicher, auch in der Kunst schreibt man etwas über Pinselstriche und die verwendeten Farbmaterialien. Doch The Path sollte nicht beschränkt werden auf technische Aspekte. Wäre es ein normales Spiel, gäbe es Kriterien, mit denen man das Spiel zerpflücken könnte. Doch das ist in diesem Fall absolut nicht notwendig. Schaut euch die Screenshots an. Wenn euch der Grafikstil zusagt, könnt ihr euch noch ein langsames Tempo dazumalen sowie eine dichte akustische Atmosphäre und ihr habt eine Vorstellung davon, wie sich das Spiel anfühlt.

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Markus Grunow am 07 Jun 2009 @ 00:01