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Crysis Warhead: Review
Das Adrenalin spritzt förmlich aus allen Poren, wenn ihr halb tot vor einem mit Bord-MG ballernden Hubschrauber flieht und es gerade noch hinter einen Baum schafft, um eure Lebenskraft und die Energiezelle zu regenerieren. Ihr zückt einen Raketenwerfer, der nur noch ein Geschoss in der Kammer hat. Egal, ihr riskiert es, schaltet auf maximale Panzerung um und feuert die Rakete ab. Aus der Ferne lenkt ihr sie grob ins Ziel, holt das Fluggerät damit jedoch nicht vom Himmel. Jetzt ist der Pilot richtig sauer, ballert Salve um Salve in eure Richtung.
Hundert Meter vor euch erblickt ihr einen nahezu zerstörten Panzer. Ihr wechselt auf maximale Geschwindigkeit und flitzt mit euren letzten Energiereserven und im Zickzackkurs zur vermutlich letzten Rettungsmöglichkeit. Ihr erreicht das Kettenfahrzeug, steigt ein, reisst das Rohr gen Himmel und schiesst. Treffer! Der Helikopter fängt Feuer und trudelt gen Boden. Wenige Sekunden später explodiert das Vehikel und verteilt seine Trümmer in der Landschaft.
Ähnlich spektakulär und nervenaufreibend gestalten sich Kämpfe gegen andere Gegner. Die offene Spielwelt erlaubt euch nahezu freie Hand bei der Beseitigung von Gefahren. Im Tarnmodus an einen Panzer heranschleichen und ihm eine Mine vor die Front legen, kein Problem. Im Stärkemodus explosive Fässer, Granaten oder auch schwere Metallkisten über grössere Distanzen auf eine nichtsahnende Gegnergruppe werfen, auch kein Thema. In diesem Fall fühlt ihr euch wahrscheinlich ein wenig ans Bowling erinnert, wenn auch nicht immer passend neun menschliche Kegel zur Verfügung stehen.
Da kriegste 'ne Krise, aber nur eine kleineSo toll und durchdacht der Solomodus auch insgesamt wirken mag, perfekt ist er keinesfalls. Teils werden Missionsziele etwas undeutlich erklärt. Trotz detaillierter Übersichtskarte werdet ihr vielleicht manchmal auf dem Schlauch stehen und nicht weiterwissen. Auch ist die Handlung stellenweise nicht ganz nachvollziehbar oder sogar unfreiwillig komisch. In einer der zahlreichen Zwischensequenzen hängt Psycho beispielsweise an einem Abgrund. In der einen Hand einen Kameraden, mit der anderen hält er sich fest. So weit, so logisch. Doch ist ein paar Zentimeter hinter der Kante ein wichtiger Gegenstand, den er unbedingt haben will. Was macht er? Er versucht, das Objekt der Begierde mit der Hand zu greifen, mit der er sich und den anderen Soldaten festhält. Der Nanosuit mag eine grossartige Erfindung sein, aber dass der Anzugträger damit in der Luft schweben kann, wäre uns neu.
Manch einer fragt sich jetzt vielleicht, warum die Aliens noch nicht im Testbericht behandelt wurden. Das hat mitunter den Grund, dass die Hightech-Viecher einfach ein zweischneidiges Schwert sind. Das waren sie ja schon im Hauptprogramm. Der Unterschied ist aber, dass es diesmal keine langweiligen Exkursionen durch bizarre Raumstationen gibt. Doch leider hat es sich Crytek auch in Warhead nicht nehmen lassen, ein paar höchst durchwachsene Alien-Abschnitte zu integrieren. Da wäre etwa die schwammige Fahrt mit einem Hovercraft, eigentlich mehr eine Flucht als sonst was, die nicht jedermanns Sache sein dürfte. Anstatt sich nämlich mit den Ausserirdischen anzulegen, müsst ihr sie möglichst umfahren und einem Zielobjekt folgen. Wie ein Held fühlt man sich da nicht gerade. Auch die eher linearen Abschnitte, in denen es zu Fuss durch eine Eislandschaft geht und alle paar Meter die bekannten, krakenähnlichen Alien-Biester auftauchen, hätten interessanter gestaltet werden können. |
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