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Venetica: Review

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Und sonst? Nun, ihr habt in der Gilde einen ständigen Schlafplatz, könnt also gratis rasten und somit bestimmte Tageszeiten meiden sowie eure Energieleisten aufladen. Ausserdem könnt ihr beim Gildenmeister bestimmte Kampf- oder Geistfertigkeiten erlernen, sofern genügend Fertigkeitenpunkte zur Verfügung stehen. Das war es dann aber auch schon ziemlich mit den Gildenvorteilen. Gut, ihr werdet von manchen Charakteren anhand des Gildensiegels erkannt, was euch Vor- und Nachteile verschaffen kann. Insgesamt hat die Gildenzugehörigkeit aber einen zu geringen Einfluss - das ganze Feature wirkt mehr wie eine Alibifunktion nach dem Motto "Hauptsache, unser Rollenspiel hat überhaupt Gilden".

Von einer Botin zur Kammerjägerin

Zum Glück sind Langweil-Quests vom Schlage oben genannter Gildenaufgaben eher die Ausnahme. Okay, es gibt in jedem Stadtviertel mindestens drei Missionen vom gleichen Schlage, doch insgesamt kann sich die Quest-Vielfalt durchaus sehen lassen. So befreit ihr einen zu Unrecht inhaftieren Bürger, rettet einen Besoffenen vor dämonischen Krabbelviechern namens Lektoren - was Mitgliedern des Redaktionslektorats doch etwas sauer aufstössen dürfte -, erledigt Unmengen von bösartigen Greifvögeln auf den Dächern Venedigs oder verdient euch mit Botengängen Dukaten und Rufpunkte hinzu. Den Rufpunkten kommt allerdings, ähnlich wie den Gilden, kaum eine Bedeutung zu. Nur wenige Missionen setzen einen gewissen Ruf überhaupt voraus, und bis dahin habt ihr in der Regel schon genügend Punkte angehäuft, sodass es da zu keinen Problemen kommen dürfte.

Ihr könnt Rufpunkte unter Umständen auch wieder verlieren. Dann nämlich, wenn ihr in bestimmte Bürgerwohnungen einbrecht und Gegenstände mitgehen lasst. Seltsamerweise ist das jedoch nur auf diese Szenarien beschränkt. Klaut ihr vor den Augen von Wachpersonal Lebensmittel vom Tisch oder zerstört eine von zahlreichen Vasen und Gefässen, hat das keinerlei Auswirkungen. Nicht mal eine lautstarke Beschwerde ist zu vernehmen. Überhaupt beschränkt sich die Interaktion mit Charakteren auf Dialoge und das Ausweichen in engen Gängen. Blockiert etwa ein Wachposten den Weg, müsst ihr warten, bis er kehrt macht und ihr vorbeischlüpfen könnt. Doof.

Abseits von Quests und Handlungsfaden gibt es viel zu entdecken, doch der Schein trügt. In verschachtelten Treppenhäusern und Wohnungen findet ihr zwar viele Gefässe, Truhen und Regale, doch besteht die Ausbeute meist aus Dukaten, Lebensmittel, Pflanzen und Schmuck. Bessere Ausrüstungsteile? Fehlanzeige. Okay, über Gegnerleichen kommt ihr an Waffen heran, doch die richtig brachialen Kampfgeräte erhaltet ihr meist für einen Haufen Dukaten bei Händlern oder als Quest-Belohnung. Und mit manchen Edelsteinen lassen sich Waffen bei Händlern sogar verbessern.

Fast schon unfreiwillig komisch sind versteckte Bereiche, die ihr über ein so genanntes Nexusportal erreichen könnt. Das sind dämonische Zugangstore, die ihr nur mit Hilfe Schattenpfadfähigkeit, also dem Wandeln zwischen Diesseits und Jenseits, ausfindig machen könnt. In solch versteckten Bereichen findet ihr dann aber nur mit Glück mal wertvollere Dinge als eine Handvoll Dukaten. Lächerlich. Lohnenswerter sind da schon mit Holztüren verschlossene Räume, die ihr mit einer Axt oder einem Hammer kaputtschlagen könnt. Dort finden sich häufig mehrere Truhen.

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Daniel Boll am 25 Sep 2009 @ 16:47
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