STALKER - Clear Sky: Review
Wieder Rollenspiel light, aber durchdachterDer mit gutem Gewissen als Zumutung bezeichnete Inventarbildschirm aus Shadow of Chernobyl ist in Clear Sky einer weitaus übersichtlicheren Variante gewichen. Wie in Rollenspielen üblich, seht ihr hier eure aktuell getragene Ausrüstung, die mitgeführten Gegenstände inklusive Gesamtgewicht sowie die momentanen Rüstungswerte. Bei einem der vielen Händler wird der Bildschirm mit dem Warenangebot sowie An- und Verkaufsplätzen erweitert. Die Zeiten, in denen ihr aufpassen musstet, nicht versehentlich einen ausgerüsteten Gegenstand zu verkaufen, sind vorbei. Eine Sache hat sich aber nicht geändert: Die Wucherpreise in der Zone. Wenn ihr nicht gerade einen euch freundlich gesinnten Händler kennt, zahlt ihr für Verbände, Waffen und andere Güter schon mal das Zwei- bis Dreifache des eigentlichen Wertes. Und ihr werdet wahrscheinlich nicht drumherum kommen, euch über das zufallsgenerierte Warensortiment aufzuregen. Seht ihr einen interessanten Gegenstand und wollt Geld dafür beschaffen, kann es sein, dass er beim nächsten Besuch schon wieder verschwunden ist.
Charakterwerte gibt es auch in Clear Sky nicht. Ihr dürft Söldner Narbe, also nicht direkt aufwerten oder hochstufen. Das macht aber gar nichts, denn die Ausrüstung ist der Schlüssel zum souveränen Stalker-Dasein. Je tiefer ihr in die Zone vorrückt, desto bessere Rüstungen werden euch angeboten. Mit Artefakten könnt ihr die Schutzkleidung verbessern. Das ist sinnvoll, da ihr teils in stark verstrahlte oder von gefährlichen Mutanten bevölkerte Gebiete müsst - reiner Selbstmord ohne passenden Rüstungsschutz. Sollte es doch mal zur Kontamination kommen, helfen Strahlenschutzmittel aus. Alternativ kippt ihr euch die Birne mit Wodka zu. Die Sicht verschwimmt, aber die Strahlung entweicht aus dem Körper. Beckstein wäre begeistert.
Waffen und Rüstungen könnt ihr im Übrigen bei Mechanikern individuell verbessern. Die Handwerker erhöhen auf Wunsch Werte wie Schussgenauigkeit, Zuverlässigkeit und Feuerrate, können aber auch den Rückstoss beim Schiessen verringern oder Ausrüstungsteile reparieren. Das ist wichtig, da sie sonst an Effektivität einbüssen. Waffen klemmen dann öfters mal und Rüstungen bieten nicht mehr den ursprünglichen, umfassenden Schutz. Per Mouse-over-Effekt ist immer genau ersichtlich, welche Werte und Verbesserungen eine Waffe oder Rüstung hat. Grüne und rote Balken zeigen auf, inwieweit sie sich von einem ausgerüsteten Pendant unterscheidet. Super!
Voraussetzung ist natürlich, dass der Rubel rollt. Die Zone ist teuer, wie ihr wisst. So verkauft ihr das geplünderte Inventar von Toten zum Schnäppchenpreis oder nehmt Botengänge, Mord- und Suchaufträge sowie Verteidigungsaufgaben an. Das hat neben der Kohle auch noch den Sinn, einer bestimmten Fraktion zu helfen und sich ihr vielleicht im späteren Spielverlauf sogar anzuschliessen. Ein Statistikreiter im Kartenbildschirm gibt Aufschluss darüber, welche Parteien euch freundlich, neutral und feindlich gesinnt sind.
Besonders begehrte Gegenstände erhaltet ihr, wenn ihr Verstecke ausfindig macht. Diese enthalten aber nur etwas, wenn ihr vorher explizit die Standortinfos von Nicht-Spieler-Charakteren (kurz NSC) erworben habt. Von daher bringt die Erkundung der Spielwelt abseits des Handlungsstranges oder von Nebenmissionen eher wenig. Lediglich in Holzkisten und Metallkoffern sind manchmal lohnenswerte Sachen zu finden. Schade auch, dass Mutanten jedweder Art nichts Interessantes mit sich führen, nicht mal Trophäen. Das hätte sich geradezu angeboten, um einer Nebentätigkeit als Jäger nachzugehen. |
|


Game-Facts
Game-Abo Was ist das?
|