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Das Schwarze Auge - Drakensang: Review
Unterwegs kommt es zu einer zufälligen Begegnung. Dieses Prinzip erinnert stark an die Zufallsgefechte aus Baldur's Gate. Das Spiel lässt uns die Wahl, ob wir uns einem Kampf stellen oder lieber fliehen möchten. Wir entscheiden uns für den Kampf und werden in ein Gebiet entlassen, welches ein paar Begegnungen mit beisswütigen Wölfen bringt. Nach gut zwei Minuten können wir schon zur Stadt weiterziehen und werden nicht mehr behelligt. War Avestreu bereits hübsch anzuschauen, ist die erheblich grössere Stadt nun wesentlich beeindruckender.
Dabei hat das Spiel gar keine superbe Grafik samt beeindruckenden Magieeffekten zu bieten. Optisch präsentiert sich das Rollenspiel eher auf befriedigendem Niveau, zumindest in technischer Hinsicht. Doch wo andere Rollenspiele nur mit toller Grafik-Engine protzen, hat Drakensang seine ganz eigene Stärke. Denn die malerischen Landschaften, die Architektur der Städte und das Design der Schauplätze lässt die teils matschigen Texturen sowie so manch langweiligen Höhlengang oder ödes Kellergewölbe vergessen. Man spürt förmlich, dass die Grafiker mit Freude bei der Arbeit waren. Sicher, etwas mehr Abwechslung wäre zum Beispiel bei Fässern, Truhen oder Kisten angebracht, doch auf der anderen Seite gibt es dann doch wieder Räumlichkeiten, in denen ihr euch förmlich verzaubert umseht.
Idyllische Momente im Spiel gibt es zuhauf, egal, ob flirrende Glühwürmchen in einer Höhle, umherfliegende Samen einer Pusteblume oder das wunderbare Glühen der untergehenden Sonne. Einen Tag-und-Nachtwechsel gibt es jedoch nicht, dennoch spielen die Entwickler mit solchen Augenblicken, um euch zumindest ab und an die Pracht der Natur aufzuzeigen und Abwechslung in den Alltag zu bringen. Auch in akustischer Hinsicht dürfen wir das vom schönen Soundtrack behaupten. Leider wurden in den Gesprächen zumeist nur die Begrüssungen vertont, so gibt es eine Menge Lesestoff für Abenteurer.
Das Umsehen allerdings ist alles andere als einfach, denn die Kameraperspektive ist einer der beiden grossen Kritikpunkte im Spiel. Die Kamera lässt sich nicht komplett frei bewegen, sondern ist auf einen Charakter fixiert. Dies sorgt speziell in engen Gängen für kurzzeitige Verwirrung, weil die Position der Perspektive ruckartig schwenkt. Nach einer Weile hat man sich daran jedoch gewöhnt, der Ärger über diesen Komfortmangel verraucht dann zusehends. Der zweite grosse Kritikpunkt ist die Anhäufung sehr langer Laufwege. Zwar könnt ihr im späteren Spielverlauf mit Hilfe einer Karte in eurem Haus einmal besuchte Ortschaften rascher per Mausklick erreichen, dennoch seid ihr oftmals sehr lange zu Fuss unterwegs, was vorrangig am sehr gemächlichen Lauftempo liegt.
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