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Sherlock Holmes jagt Jack the Ripper: Preview
Wie schon in der letzten Sherlock-Holmes-Episode kann die Spielfigur aus externer oder in Ego-Perspektive gesteuert werden. Letztere ist mit einigen Kameraspielereien verbunden. So führt eine Hand in einer Filmsequenzen eine Zigarette an den vermuteten Mund, während das Alter Ego sein ermahnendes Gegenüber anschaut. Ein Mediziner wie Dr. Watson ist nun einmal um die Gesundheit seines Freundes sehr besorgt. Natürlich kann die Ansicht aber auch während des Spiels gewechselt werden. Der Blick auf die Spielfigur selbst wird Anhängern des klassischen Point'n'Click-Genres wahrscheinlich eher liegen.
Neben viel Laufarbeit konnten wir auch auf wirklich schwierige Rätsel stossen. Eine mit einem Zahlenschloss gesicherte Aktentasche muss beispielsweise geöffnet werden, wobei alle Anhaltspunkte noch einmal im Menü durchgestöbert werden sollten. In unserer Preview-Version huschten die Dialoge recht schnell über den Bildschirm, da kann schon mal eine wichtige Information nicht sofort ins Auge springen. Vielleicht wird aber noch daran gearbeitet, damit auch langsame Leser eine Chance haben, ohne grundsätzlich einen Blick ins Journal werfen zu müssen.
Point'n'Click-Adventures haben die angenehme Eigenschaft, auch auf älteren Rechnern lauffähig zu sein - eine Tradition, an der auch Sherlock Holmes vs. Jack the Ripper nicht rüttelt. Das geht zwar zu Lasten scharfer Texturen, ist aber bei der Rätseltiefe nicht weiter von Bedeutung. Das viktorianische London kommt auch ohne High-End-Grafik recht gut zur Geltung. Die Zwiegespräche in englischer Sprache wurden mit passenden Stimmen besetzt; eine deutsche Sprachfassung ist uns bislang noch nicht zu Ohren gekommen. Es bleibt zu hoffen, dass ähnlich professionelle Sprecher ausgewählt werden.
Auch die musikalische Untermalung hält sich vornehm zurück. Dafür kann umso deutlicher der Strassenlärm des Londoner Armenviertels Whitechapel vernommen werden. Lallende Trunkenbolde, Geschlurfe auf schmutzigen Pflastersteinen oder Gejammer von Elendsgestalten geben ein lebendiges Bild von einer Zeit ab, in der Armut in der englischen Hauptstadt wirklich bittere Not bedeutet hat. Allerdings kommen die Statisten noch reichlich geklont ins Bild. Ein paar weitere Charaktermodelle würden hier wohl nicht schaden. Dennoch reiht sich der neue Sherlock-Ableger nahtlos in die Serie ein und wird den Adventure-Fans sicherlich bei seinem Erscheinen im Mai einiges an Kopfzerbrechen bereiten - während der unheimliche Ripper für die wohligen Schauer sorgt. |
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