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FIFA 10: Review

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Auf dem Platz ist nun die Geschmacksfrage angesagt. Auffällig sind die wirklichkeitsnahen Zweikämpfe auf dem Rasen. Da wird geschoben, gehalten, gerangelt, und das nicht nur bei Standardsituationen, sondern auch an der Aussenlinie im Mittelfeld. Die Duelle Mann gegen Mann wurden toll animiert in Szene gesetzt, das sieht grossartig aus und spielt sich auch erfrischend intensiv. Körperlich unterlegene Kicker wie der Dortmunder Tamas Hajnal haben es wesentlich schwerer, sich im Laufduell durchzusetzen, als ein Stürmer wie der Bremer Pizarro, der seinen wuchtigen Körper deutlich effektiver einsetzen kann. Gerade die Tatsache, dass die körperlichen Eigenschaften der Spieler mehr zum Tragen kommen, ist ein sehr positiver Meilenstein in FIFA 10. Nur gelegentlich geht ein wenig die Übersicht flöten, wenn zu viele Kicker auf einem Haufen um den Ball kämpfen, beispielsweise direkt vor dem Strafraum, wenn die gegnerische Deckung sehr tief im Raum steht und erst spät attackiert.

Die Ballphysik ist nicht perfekt geworden, hat aber auch nichts mehr mit dem Flummiverhalten früherer FIFA-Tage gemein. Schwachpunkte des Ballverhaltens gibt es noch bei Flanken, die in der Regel mit viel zu viel Effet in hohem Bogen geschlagen werden können, sowie bei Kopfbällen, die allesamt viel zu lasch erscheinen - speziell vor dem Tor und bei Abstössen fällt der Ball regelrecht vom Himmel. Das sieht dann oftmals etwas merkwürdig aus. Trotzdem, die Physik im Spiel macht Laune, Pässe und Schüsse sind wesentlich besser geraten, können aber dennoch nicht die hervorragende Ballphysik der PES-Serie übertrumpfen. Es fehlt noch etwas an Wumms und wirklichkeitsnaheren Aufsetzern. Hier hat der Konkurrent noch eindeutig die Schuhspitze vorne.

Haben wir vor zwei Jahren noch über die zu zögerlichen Torhüter lautstark geschimpft, müssen wir diesmal wieder meckern, allerdings nun über deren doofen Verhaltensweisen beim Herauslaufen. Egal, ob Weltklasse- oder Anfängerschwierigkeit, die Keeper lassen sich viel zu leicht mit einem Heber überwinden, weil sie bereits zu weit vor dem Kasten stehen, um den Winkel verkürzen zu können. Zudem lassen sie zu viele Bälle einfach prallen, die dann vom nächsten Spieler ganz locker mit der Seite ins Tor geschossen, nein Verzeihung, bugsiert werden können. Da hoppelt der Ball dann viel zu oft über die Torlinie, weil man diese Situationen einfach zu häufig erlebt, nicht nur im Spiel gegen menschliche Gegner. Auch bei Flanken, die an den langen Pfosten geschlagen wurden, reagieren die Schlussmänner häufig viel zu zögerlich und bekommen prompt die Quittung, weil der gegnerische Stürmer nur einnicken braucht.

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Markus Grunow am 13 Okt 2009 @ 19:23
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