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PES 2010: Preview
Vor Roten Karten sollte man in diesem Modus ganz besonders Abstand halten - wir durften nämlich nach einem fiesen Foul den Rest des Matches als Zuschauer auf der Bank verbringen. Ärgerlich, da lediglich ein geringer Zeitraffer eingestellt werden kann. Die Wartezeit kann also immens sein. Ein Grossteil der Motivation kommt durch die stetig steigenden Erfahrungswerte des Spielers zustande, die Erfolge und Trainingsspiele mit sich bringen. Und damit verbunden stehen natürlich bekanntere Vereine mit besseren Lockangeboten vor der Tür. Dennoch fehlen zumindest liberoartige Funktionen, mit denen man zumindest grob per Knopfdruck die Verhaltensweisen der Mitspieler beeinflussen könnte.
Die gute alte LigaAm spassigsten ist da noch der gute alte, stinknormale Liga- und Pokalmodus. Mit der kanadischen Nationalmannschaft versuchen wir uns im Amerikapokal und können in der ersten Runde gegen Venezuela einen knappen 1:0-Sieg einfahren. Brenzlig ist das wohl auch wegen der sehr simulationslastigen Steuerung, die in Zweikampfsituationen und bei Torchancen viel Feingefühl erfordert. Bei zu brachialen und ungeduldigen Manövern ist man den Ball schnell an den Gegner los und wird durch das Passspiel der Widersacher regelrecht vorgeführt. Oder das Leder fliegt kilometerweit am Tor vorbei - oder drüber hinweg. Das Kommentatorenduo Wolf Fuss und Hansi Küpper liefert eine insgesamt solide Arbeit ab, bekleckert sich aber teils nicht gerade mit Ruhm. So wird ein simpler Einwurf auch mal mit "Das sieht man auch nicht alle Tage!" kommentiert. Oder das Duo macht einen Stürmer unpassend herunter, obwohl der Ball wirklich sehr knapp am Tor vorbeiging.
Grafisch wissen vor allem die detaillierten Spielermodelle mit ihren im Wind flackernden Trickots zu begeistern, wenn sie auch die Framerate bei Nahansichten gerne mal in die Knie zwingen. Auch die Stadien sind hübsch modelliert, Fangesänge fördern die Atmosphäre zusätzlich. Einen Tadel gibt es aber erneut für die leblos wirkenden Zuschauertribünen. Reglos wie Wachsfiguren sitzen die Fans auf ihren Plätzen, und manch ein Reporter am Spielfeldrand sieht aus wie ein Pappkamerad. Da lassen wir auch die Ausrede nicht gelten, dass man bei spannenden Matches wichtigere Dinge im Blick hat. Rein von der Leistungsfähigkeit der Xbox 360 sollten lebendigere Fanreihen durchaus im Rahmen der Möglichkeiten sein. |
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